Randy Newman // Dark Matter

Randy Newman Dark Matter CoverNatürlich steht in Randy Newmans Suite in einem Berliner Luxushotel ein Piano. Bevor das Interview beginnt, setzt er sich ans Instrument und spielt eine Melodie. POP Der 73-Jährige ist eben ein Vollblutmusiker. Obgleich ihm das Songschreiben nicht immer leicht von der Hand geht. „Wenn ich ein Stück für einen Film wie ,Toy Story’ komponieren soll“, sagt er, „funktioniert das wie von selbst.“ Aber wehe er tüftelt an neuen Liedern für ein Album: „Das ist wirklich harte Arbeit für mich.“ Vielleicht hat er sich deshalb mit seinem Album ,Dark Matter’ neun Jahre Zeit gelassen. Die erste Nummer „The Great Debate“ ist allein wegen ihrer Länge eine Überraschung. Mehr als acht Minuten lässt der amerikanische Singer/Songwriter da Wissenschaftler mit Gläubigen über die Evolution oder den Klimawandel debattieren. Dazu gibt es nicht bloß reinen Pianopop. Mal gesellen sich Bläser dazu, mal ein Gospelchor. Und über allem thront Newmans Stimme, der ein theatralisches Lamento innewohnt. Es erfordert einige Anstrengung, diese Mischung einem bestimmten Genre zuzuordnen. Newman lacht: „Ich bezeichne meine Musik als Post-1954-Pop.“ Bei „Brothers“ mengt er seinem Sound Streicherarrangements nebst kubanischen Klängen bei. „Sonny Boy“ strebt in Richtung Blues. „Einige Stücke sind sehr vielschichtig“, resümiert Newman. „Sie variieren im Tempo. Es war oft eine Herausforderung, das richtige Timing zu finden.“

Randy Newman – Dark Matter (Nonesuch/Warner) LP 7559794034 (ab 18.8.) / CD 7559794033 // ab 04.08.2017 im Handel