Placebo // Loud Like Love

Placebo Loud Like Love CoverBrian Molko scheint für sommerliche Temperaturen wenig übrig zu haben. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, als wir uns in der Suite eines Berliner Luxushotels über das neue Placebo-Album unterhalten.

Wie der Titel ‘Loud Like Love’ vermuten lässt, dreht sich in den neuen Nummern alles um die Liebe. „Wir haben aber keine typischen Liebeslieder geschrieben“, stellt der Sänger klar. „In unseren Stücken betrachten wir die unterschiedlichsten Aspekte der Zuneigung.“

Der Titelsong klingt euphorisch, während „Exit Wounds“ recht düster daherkommt: „Es gibt ein paar wirklich dunkle Momente, weil uns Melancholie von jeher angezogen hat.“ Auch sonst sind dem 40-Jährigen, der immer noch unglaublich jungenhaft wirkt, keine Abgründe fremd. Er erzählt von Herzschmerz, von obsessiver körperlicher Begierde, von Abhängigkeit. In „Bosco“ beschwört er ein Szenario herauf, das ihm aus früheren Zeiten nur allzu vertraut sein dürfte – wie Alkohol und Drogen eine Beziehung allmählich zerstören: „Ich vertone allerdings nicht meine Tagebuchseiten, sondern lasse mich von persönlichen Erlebnissen zu fiktiven Geschichten inspirieren.“ Das Ganze verpackt das britische Trio in sphärischen Rock. Mal machen laute Gitarren die Faszination der Musik aus, mal verpasst das Keyboard den Titeln den nötigen Drive. So bietet ,Loud Like Love’ zwar keine großen Überraschungen, doch tolle Songs.

Placebo – Loud Like Love (Vertigo/Universal) LP 3741796 / Ltd. Super Del. Ed. (6 CD/DVD) 3741802 / Ltd. Del. Ed. (CD+DVD) 3741799 / CD 3741795; ab 13.09.2013 im Handel