James Blunt // Moon Landing

James Blunt Moon Landing CoverVon Vorstellungskraft und Phantasie singt James Blunt auf seinem neuen Longplayer ‚Moon Landing‘, mit dem er bewusst an die Anfänge seiner Karriere anknüpfen will.
Mit seinem bevorzugten Fortbewegungsmittel wird es James Blunt sehr schwer haben, auf absehbare Zeit den Mond zu erreichen. „Ich fahre am liebsten Fahrrad“, sagt der 39-jährige Schmusegitarrenrocker bei unserem Interview in der Bibliothek eines feudalen Berliner Hotels. „Man ist einfach am schnellsten, und ein bisschen Sport macht man auch noch.“ Speziell in London sei Blunt, der abwechselnd dort sowie auf Ibiza lebt, fast immer auf zwei Rädern unterwegs. Und auf Tour sowieso. „Die Band und ich, wir nehmen unsere Fahrräder mit. Es gibt keine bessere Methode, um eine Stadt kennenzulernen, als auf dem Rad.“

Nur die ‚Moon Landing‘, so der Titel von Blunts viertem Album, die „werde ich mit keinem der Fortbewegungsmittel, die ich zu steuern in der Lage bin, jemals bewerkstelligen“, weiß der ehemalige Elitesoldat, der als Kind mit der Familie zwei Jahre am schönen Möhnesee in Westfalen lebte (der Vater war ebenfalls bei der Armee und dort stationiert). „Aber bei dem Titel geht es ja sowieso mehr um die Vorstellungskraft und die Phantasie. Denn das ist das Überthema auf dem gesamtem Album: Nostalgie und ein gewisser Romantizismus. Ich wollte einen Titel haben, der die gute, alte Zeit symbolisiert.“ Passend zu diesem Ansatz begibt sich James Blunt auch musikalisch zurück in die Frühzeit seiner Karriere, die ja dank des Monsterhits „You’re beautiful“ vom 2005 erschienenen und viele Millionen Mal verkauften Debütalbum ‚Back to Bedlam‘ bald eine Weltkarriere wurde. „‘Moon Landing‘ sollte bewusst an mein erstes Album anknüpfen“, sagt er. Und so hat der Brite wieder mit dem „Bedlam“-Produzenten Tom Rothrock gearbeitet, und er hat den überwiegenden Teil der Songs auf eher reduzierte, natürliche Art aufgenommen.

Zwar gibt es zugegebenermaßen auch etwas poppigere, von Steve Mac produzierte, Nummern wie „Miss America“, Blunts traurige Ode an die verstorbene Whitney Houston. Doch die meisten zentralen Stücke wie die Single „Bonfire Heart“ oder „Blue on Blue“ stellen wieder stärker Blunts Gesang und sein Gitarrenspiel in den Mittelpunkt, die Lieder klingen nicht mehr so stark vom Popradioformat diktiert wie auf den vorherigen Platten. „Wir haben uns die Freiheit genommen, die Songs so aufzunehmen, wie wir das wollten“, sagt James Blunt. „Man errät im Zweifelsfall sowieso nicht, worauf das Publikum gerade steht, also kann man auch einfach seinem persönlichen Instinkt folgen.“

James Blunt – Moon Landing (Atlantic/Warner) Del. Ed. 2564641929 / CD 2564641931 // ab 18.10.2013 im Handel