Jennifer Rostock // Schlaflos

Jennifer Rostock Schlaflos CoverJennifer Weist ist eher ein Nachtmensch. Vormittags in einem Hamburger Hotel über die neue Jennifer-Rostock-CD ,Schlaflos‘ sprechen zu müssen, fällt der Sängerin schwer. Ihre Stimme klingt heiser.

Doch als die 27-Jährige anfängt, über die Single „Schmerz und Kehle“ zu reden, wirkt sie auf einmal hellwach. „Es geht in diesem Lied darum, Leuten, die sich einer Randgruppe zugehörig fühlen, zu zeigen: Wir sind eigentlich eine Einheit“, sagt sie. Diese Botschaft wurde im Nachhinein beim Videodreh noch ein bisschen präzisiert. Mit diesem Clip will die Berliner Band, die ursprünglich von der Insel Usedom kommt, auf Menschenrechtsverletzungen in Russland aufmerksam machen: „Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender wurden dort verfolgt, gequält, festgehalten, getötet.“ Das geht nicht nur Jennifer Rostock gegen den Strich, sondern auch deren Fans: „Sie tauschen sich im Internet über diese Missstände aus.“ Natürlich ist nicht jeder Einzelne so aktiv – einige konzentrieren sich einfach bloß auf die Musik, die sich in den Dienst von Punk, Rock, Pop oder Elektronik stellt. Inhaltlich drehen sich fast alle Stücke um das Thema Schlaflosigkeit. „Phantombild“ beschwört durchfeierte Nächte herauf, während der Protagonist im Titelsong von seinen Gedankenstrudeln wachgehalten wird. Letzteres ist Jennifer Weist zum Glück fremd: „Ich kann ziemlich gut abschalten.“

Jennifer Rostock – Schlaflos (Warner) Del. Ed. (CD+DVD) 505310596002 / CD 505310594212 // ab 17.01.2014 im Handel