Knorkator // We Want Mohr

Knorkator We Want Mohr Cover„Das ganze Geld mit Quatsch verdient“, sang einst Helge Schneider. Und es ist kein Zufall, dass man auf Helge Schneider kommt, wenn man über Knorkator schreibt. Denn was Schneider mit den Mitteln von Jazz und Pop macht, verstehen die drei von Knorkator im Bereich Metal und Hardrock wunderbar. Sie machen „Quatsch“ – aber eben „Quatsch mit Hirn“, so wie Herr Schneider. Wie dieser beherrscht das Trio seine Instrumente perfekt. Die „Hymne“ zum Auftakt ist so kitschig, wie ein Lied nur sein kann, so typisch, wie eine Hardrock-Combo ihn als obligatorische Ballade einstreuen würde. Und gleichzeitig ein so übertriebener Lobgesang auf die eigene Band, dass jeder Zweifel verfliegt, dass der Titel ernst gemeint sein könnte. „Zoo“ – das aus einer Aufzählung verschiedenster Zootiere über einem Metalriff besteht – lässt die Wörter „Siebenschläfer“ und sogar „Erdmännchen“ irgendwie bedrohlich klingen – das muss man auch erstmal schaffen.  „L“ macht sich gekonnt als Balladen/Rock-Hybrid darüber lustig, dass „harte Bands“ nicht über Liebe singen können. Das englischsprachige „Victorious“ mit Nonsense-Text hat musikalisch fast schon Züge eine Metal-Operette. Und Judas Priest´s „Breaking the law“ wird als Balladencover mal aus einer ganz neuen Perspektive gelungen beleuchtet und zu einer ernsthaften Ballade. Vor allem stechen bei allen Songs die herausragenden Knorkator-typischen Gesangsarrangements auf hohem Niveau hervor. Das ‚We want Mohr‘ Gesamtkunstwerk wird durch eine Live-DVD abgerundet, die die drei Herren in Action zeigt. Und das ist ein echter Hingucker.

(Tubareckorz/rough trade) LP+CD KNORKATOR14V / Luxus-Edition (CD+DVD) KNORKATOR14L / CD KNORKATOR14R // ab 17.1.2014 im Handel

Plattenladentipps präsentiert: Knorkator auf Tour