The Notwist // Close To The Glass

The Notwist Close To The Glass CoverStagnation ist nicht das Ding von The Notwist. Auf dem aktuellen Werk der Weilheimer Perfektionisten hat daher der Electro-Einfluss erneut zugenommen, aber noch nicht gänzlich ihre Indierock-Wurzeln verdrängt. Der Opener „Signals“ ist ein rein elektronisches Spektakel, das heutzutage in dieser Form vielleicht nur Kraftwerk kreieren könnten: erst ein Pluckern im Hintergrund, schwerfällige Beats, Störgeräusche und Sample-Fetzen; dann setzen Gesang und Streicher ein. Das Titelstück hält anfangs an den dezent verwirrenden Klangkonstruktionen fest, mit denen „Signals“ endete. Der komplexe Beat mündet aber nach einer halben Minute in ein faszinierend rhythmisches Lied, in dem sich der Gesang mit dem Rhythmus-Konstrukt duelliert. Erst mit „Kong“ kehrt der Indierock zurück. Überragend. Simpel wie fantastisch ist „Steppin’ In“: Markus Acher singend an der Akustikgitarre plus Streicher und ganz leise im Hintergrund ein Keyboard. In „The Follow Me“ wird derweil atmosphärische Elektronik von einem Akkordeon flankiert. The Notwist bleiben unberechenbar.

The Notwist – Close To The Glass (City Slang/Universal) 2LP 0680791 / CD SLANG 50059 // ab 21.2.2014 im Handel