Chrysta Bell // This Train

Chrysta Bell This Train CoverTätowieren junge Frauen sich jetzt schon aus lauter Verehrung für den Meister des düsteren Kinoerlebnis, David Lynch, dessen Namen ins Gesicht? Auf dem Cover von Chrysta Bells Album hat es den Anschein: Eine Träne unter einem Auge, ein Herz und Davids Namen unter dem anderen. Vielleicht symbolisiert es einen gewisse Dankbarkeit gegenüber ihrem Produzenten. Denn genau das ist Lynch. Und er verpackt Bells mystische Stimme und ihre düsteren Texte in das passende musikalische Gewand. Hier scheinen sich – übrigens schon vor 13 Jahren – zwei gefunden zu haben, die sehr gut harmonieren. Heraus kommen Songs mitten aus der Dunkelheit, aus der Mitte einer nebeligen Nacht. Bell gibt die kühle, gefährliche Femme fatale. Melancholisch, verletzlich und doch unerreichbar weit weg. Ihre Stimme schwebt über den Kompositionen wie ein Seiltänzer über dem Abgrund.  Man denkt an Portishead und an Massive Attack und daran, dass diese Songs auch wunderbar als Soundtrack zu Lynchs Filmprojekten passen würden.

Chrysta Bell – This Train (QQ5/rough trade) CD 425078880051 // ab 31.1.2014 im Handel