Roger Cicero // Was immer auch kommt

Roger Cicero Was immer auch kommt CoverNatürlich trägt Roger Cicero einen Hut, als wir uns in einem Hamburger Hotel treffen. Sein Faible für Kopfbedeckungen ist ebenso zu seinem Markenzeichen geworden wie sein samtiges Timbre. Der 43-Jährige hat Jazz im Blut, trotzdem beschränkt er sich nicht auf eine Sparte. Einige Stücke seiner CD ,Was immer auch kommt‘ haben eine ganze Menge Popappeal. „Ich habe mich diesmal beim Komponieren stärker von den Themen der Songs leiten lassen“, erzählt Cicero. Emotional und ehrlich trägt er sein Herz auf der Zunge, oft erzählt er Geschichten aus seinem Leben. In „Durch deine Augen“ betrachtet er die Welt aus der Sicht seines Sohnes, „Hollywood“ oder „Endlich wieder frei“ sind Trennungslieder – mit ihnen verarbeitete der gebürtige Berliner, der seit vielen Jahren in Hamburg wohnt, das Ende seiner Beziehung: „Das Texten hat für mich immer einen therapeutischen Effekt. Es hilft mir, Dinge zu hinterfragen.“ Gleichwohl fließt nicht alles wie von selbst aus dem Sänger heraus. Mit der Nummer „Frag nicht wohin“, an der er gemeinsam mit Rea Garvey feilte, haderte er zunächst. Weil sie tief geht. Zum einen schlägt sie einen Bogen zu seiner Kindheit: Cicero erinnert sich an die Scheidung seiner Eltern. Zum anderen wird deutlich, wie sehr sich der Musiker um das Wohl seines Sohnes sorgt, der nun damit leben muss, dass seine Familie zerbrochen ist: „Einem kleinen Kind kann man eine Trennung einfach nicht plausibel erklären.“

Roger Cicero – Was immer auch kommt (Starwatch/Warner) CD 505419605462 // ab 28.3.2014 im Handel