Eric Clapton & Friends // The Breeze – An Appreciation of JJ Cale

Eric Clapton & Friends The Breeze - An Appreciation of JJ Cale CoverEin Jahr nach dem Tod von JJ Cale erfährt dessen Werk eine ebenso angemessene wie großartige Würdigung durch Freunde und Weggefährten, angeführt von Eric Clapton.

JJ Cale starb am 26. Juli 2013 im Alter von 74 Jahren an einem Herzinfarkt. Die Musikwelt verlor einen ihrer stillen und doch größten Helden, Eric Clapton verlor ein Idol und einen Freund. Jetzt, ein Jahr nach Cales Tod, setz Clapton dem Singer/Songwriter ein musikalisches Denkmal: Gemeinsam mit befreundeten Musikern wie Mark Knopfler, John Mayer, Willie Nelson, Tom Petty und Don White covert „Slowhand“ insgesamt 16 Songs des Meisters und zollt ihm auf ‚The Breeze‘ – benannt nach dem Cale-Song „They Call Me The Breeze“ – Tribut.

Häufig hat Clapton Cale als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Rockgeschichte genannt. Eine Meinung, mit der der Brite bei Weitem nicht alleine steht. Cale gilt als einer der Mitbegründer des Tulsa-Sounds, der Country und Blues, Rockabilly und Jazz in sich vereint. Die Zahl der Musiker, die von Cale beeinflusst wurden oder sich auf ihn berufen, ist legendär, und zu den Künstlern, die seine Lieder interpretierten, gehören so prominente wie Johnny Cash, Santana, Lynyrd Skynyrd, Deep Purple, The Allman Brothers, The Band, Kansas, Captain Beefheart oder Bryan Ferry. Tatsächlich ist es sehr schwer, Cales direkten und indirekten Einfluss auf die heutige Musik zu überschätzen – auch wenn seine Diskographie in über 40 Jahren „nur“ 15 Alben umfasst. Ein Star im modernen Sinne war der öffentlichkeitsscheue Amerikaner jedoch trotzdem nicht.

Ganz anders Clapton: 18 Grammys zählt der Brite bislang, einen davon – und schon hier schließt sich der Kreis – gab es für das gemeinsame Album mit JJ Cale („The Road To Escondido“, 2006), viele dürften die Cale-Songs „After Midnight“ und „Cocaine“ in Claptons Cover-Version kennen. Immer wieder hat „Slowhand“ JJ Cale als größten und wichtigsten Einfluss genannt. Konsequent also, dass gerade Clapton das Erbe des Mannes würdigt, der über 40 Jahre musikalischer Weggefährte und Inspiration war.

Wobei Clapton die Würdigung natürlich nicht im Alleingang unternimmt. Oft genug überlässt er seinen „Friends“ die (Gesangs-)Bühne. Und Claptons Freundesliste liest sich fast erwartungs- und standesgemäß wie das Who‘s who des Rock. Doch aller Prominenz zum Trotz: Im Vordergrund des Albums stehen immer Cales Kompositionen. Clapton & Co. machen sich die Songs nicht zu eigen, sondern stellen sich in ihren Dienst. Allein dafür gebührt den Interpreten dieses Albums höchster Respekt. So trägt Tom Petty „The Old Man And Me“ vor, intoniert gemeinsam mit Eric Clapton „Rock’n’Roll Records“ und „I Got The Same Old Blues“. Mark Knopfler gibt „Someday“ zum Besten, und Gitarren-Champion John Mayer stehen „Lies“, „Magnolia“ und „Don’t Wait“ unglaublich gut zu Stimme. Willie Nelson, Country-Urgestein und -Arbeitsbiene, präsentiert „Songbird“ und „Starbound“, Tulsa-Weggefährte Don White gibt sich bei „Sensitive Kind“, „I’ll Be There (If You Ever Want Me)“ und „Train To Nowhere“ (mit Clapton und Knopfler) die Ehre. Den emotionalen Schlusspunkt setzt „Crying Eyes“, das Clapton gemeinsam mit Cales Witwe Christine Lakeland singt. Eine angemessen großartige Würdigung des großartigen Künstlers JJ Cale.

Eric Clapton & Friends – The Breeze-An Appreciation of JJ Cale (Polydor/Universal) 2LP 3787764 / CD 3786308 // ab 25.07.2014 im Handel