Sia // 1000 Forms Of Fear

Sia 1000 Forms Of Fear CoverEigentlich seltsam, dass Sia Furler ständig Hits für andere schreibt. Mit ihrer kraftvollen Stimme hätte die 38-Jährige garantiert selber aus „Diamonds“ das Maximale herausholen können. Aber sie ließ dieses Stück lieber von Rihanna zum Hit machen. „Pretty Hurts“ trat sie an Beyoncé ab, „Kiss Me Once“ an Kylie Minogue. Die gebürtige Australierin mit Wohnsitz in den USA zieht es vor, hinter den Kulissen zu agieren. „Ruhm und ich“, sagt sie, „werden nie zusammenpassen.“ Statt ihren unglaublichen Erfolg zu genießen, dröhnte sie sich mit Alkohol zu, nahm Drogen. Umso überraschender, dass sie doch wieder mit eigenem Album auftrumpft. Schon der Albumtitel ,1000 Forms Of Fear‘ lässt erahnen: Hier singt sich jemand alles von der Seele, was sich im Laufe der Jahre angestaut hat. Wenn Sia in der Ballade „Fair Game“ ihr Verhältnis zu Männern kritisch unter die Lupe nimmt, lässt sie die Geigen schluchzen. Die Elektropop-Nummer „Chandelier“ macht keinen Hehl aus ihrer Gier nach Hochprozentigem, das melancholische „Straight For The Knife“ erzählt von Selbstmordabsichten. Ein erschütternder Text, den man dieser gnadenlos ehrlichen Künstlerin sofort abkauft.

Sia – 1000 Forms Of Fear (RCA/Sony) LP 88843074041 / CD 88843074042 // ab 04.07.2014 im Handel