Michel van Dyke // Doppelleben

Michel van Dyke Doppelleben CoverMichel van Dyke ist eher ein Mann der leisen Töne, der jedes Wort mit Bedacht wählt. Auch musikalisch setzt der gebürtige Niederländer nicht auf wuchtiges Beiwerk. Obwohl er auf seinem Soloalbum ,Doppelleben‘ in die Welt der Beats eintaucht, wird es bei ihm nie richtig laut. „Weil ich nach dem Ende meiner Band Ruben Cossani nicht so recht wusste, wie ich weitermachen sollte, habe ich viel experimentiert“, sagt der 53-Jährige.

Dabei holte er sich beim Hamburger Produzenten Swen Meyer Unterstützung: „Für mich war es einfach an der Zeit, mich anderen Einflüssen zu öffnen. Sonst hätte ich mich nicht weiterentwickeln können.“ In Meyer fand er den idealen Partner für einen Neuanfang. Er stellte van Dyke den Rapper Ferris MC vor, der das Stück „Wegen der Musik“ abrundete: „Nach zehn Minuten hatten wir seinen Part auf Band.“ Ob das den Wahlhamburger animierte, sich auch mal selber bei einem Lied wie „Ging in die Welt hinaus“ am Sprechgesang zu versuchen? Nein: „Ich sehe mich mehr in der Tradition von Lou Reed oder Bob Dylan. Wie sie will ich Geschichten erzählen.“ In „Bestimmt was vergessen“ fördert er zum Beispiel seine eigenen Unzulänglichkeiten zutage. Dank seiner chaotisch-schusseligen Art gerät sein Leben bisweilen aus den Fugen: „Ich habe mir zweimal nacheinander die Wohnung abgefackelt, weil ich einen Topf Linsensuppe auf dem Herd vergessen hatte.“

Michel van Dyke – Doppelleben (Warner Music) CD 505419619332 // ab 29.08.2014 im Handel