Ryan Adams // Ryan Adams

Ryan Adams Ryan Adams CoverEr ist älter, ruhiger und fokussierter geworden. Trotzdem kultiviert Ryan Adams auch mit seinem 14. Solo-Album den Ruf des rockenden Exzentrikers und Totalverweigerers. Ein Image, das er gar nicht nötig hätte.

Wüste Exzesse, eine Flut an Nebenprojekten, ständig wechselnde Musiker und Plattenfirmen sowie schlimme Interviews – der 39-jährige Ryan Adams aus Jacksonville ist kein einfacher Zeitgenosse. Wohl aber ein begnadeter Musiker, der auch mit seinem selbst betitelten 14. Alleingang ein kleines Meisterwerk vorlegt. Elf Songs, an denen er fast drei Jahre gebastelt hat, die illustre Gäste wie Benmont Tench (Keyboards), Don Was (Bass), Johnny Depp (Gitarre) oder Gattin Mandy Moore (Backingvocals) aufweisen, in seinen analogen PAX AM Studios entstanden sind und mit denen er erneut seine Paraderolle als romantischer Rebell kultiviert. Eben der sensible, chronisch verkannte Künstler, der gegen Kritiker, Medien, Fans wie die Musikindustrie kämpft, sich von Narkotika und Liebe ernährt und nie aufgibt. Was er mit einem stilvollen 70s Retro-Sound inszeniert, der Einflüsse von Cheap Trick, Graham Parker, Tom Petty und Rick Springfield aufweist, mal akustisch, sphärisch oder brachial ausfällt, aber immer nur nach Ryan Adams klingt. Ein Songwriter-Genie, das längst ein Superstar sein müsste. Doch er findet es spannender, gegen den Strom zu schwimmen.

Ryan Adams – Ryan Adams (SMI COL/Sony Music), LP 88875002151, CD 88875002152, ab 05.09.2014 im Handel