Anouar Brahem // Souvenance

Anouar Brahem Souvenance CoverWenig hat man in den vergangenen Jahren vom tunesischen Oud-Virtuosen Anouar Brahem gehört. Nun wartet er mit seinem neuen Projekt ‘Souvenance’ auf, für das Brahem sein Quartett erstmals um ein Streicherensemble erweitert hat. Musikalisch vollzieht er damit einen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident.

Zeitlos schöne und stets innovative Alben, wie ‘Le Pas Du Chat Noir’ oder ‘The Astounding Eyes Of Rita’, markieren Anouar Brahems Weg zu einem der spannendsten Musiker, die bei dem prestigeträchtigen Label ECM unter Vertrag stehen. Nun taucht der bekannteste tunesische Musiker in für ihn neue Klangwelten ein, die getragen von eleganten, poetischen Bildern Raum schaffen für eine melodisch farbige und rhythmisch fein austarierte Verbindung aus Jazz, Klassik und den meditativen Traditionen des Orients. “Ich brauchte lange, um diese Kompositionen zu schreiben”, merkt Brahem an und verweist auf die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die im arabischen Frühling Tunesien und die angrenzenden Länder erfasst hatten: “Diese Ereignisse habe mich stark beeinflusst”. Zusammen mit seinem 2009 gegründeten Quartett, bestehend aus François Couturier (Piano), Klaus Gesing (Bassklarinette), Björn Meyer (Bass) sowie dem Orchestra Della Svizzera Italiana, hat der Magier auf der orientalischen Kurzhalslaute sein neues Doppelalbum in Lugano aufgenommen, das dem Gedenken an die Ereignisse in Tunesien gewidmet ist. Die Fragilität und Transparenz der Arrangements auf ‘Souvenance’, die die wundervolle Verbindung der unterschiedlichen musikalischen Kulturen beflügeln, bedeuten für den Hörer ein Höchstmaß an Eingängigkeit. Neben den Klängen der Oud, die sich mit dem Bass und den Streichern vereinen, nimmt das Pianospiel von François Couturier eine wichtige Position im Sound der Revolution ein. ‘Souvenance’ ist zugleich großartige Musik und zeitgeschichtliche Reflektion.

Anouar Brahem – Souvenance (ECM/Universal) 2CD 3797776 // ab 28.11.2014 im Handel