Marika Hackman // We Slept At Last

Marika Hackman We Slept At Last CoverZwei Matratzen, ein Frauenkörper liegt auf ihnen. Schlafend? Tot? Ein Junkiemädel? Das Bild hat morbiden Charme fern ab jeder Lieblichkeit. Dabei könnte sich die englische Songwriterin Marika Hackman durchaus optisch anders inszenieren – als weitere junge Frau mit Gitarre. Doch das würde ihrer Musik schlichtweg tatsächlich nicht gerecht. Und schnell wird einem auch klar, dass Hackman garantiert nicht auf Niedlichkeit aus ist. Sobald die Andeutung süßlicher Momente in der Luft liegt, schlägt die Atmosphäre sofort in etwas Bittersüßes um. Das wird schon im Opener „Drown“ deutlich, der von einer zärtlichen Folk-Ballade in eine unerwartete Düsternis kippt voller dunkler Soundflächen. Hackmans Musik balanciert immer an solchen Abgründen. Die Neo-Folk-Atmosphäre versinkt endgültig in Dunkelheit, wenn sie uns in „Undone, Undress“ in Zeitlupe in einen Abgrund zieht, hinein in ein Herz aus Finsternis angetrieben von kaputten, scheppernden Electro-Beats und Synthesizer-Klängen wie aus einem David Lynch Film.

Marika Hackman // We Slept At Last (Caroline/Universal) CD 5796055 // ab 13.02.2015 im Handel