Tom Klose // From Weeds To Woods

Tom Klose From Weeds To Woods CoverEs ist zwei Jahre her, da sah ich Tom Klose auf einer Stadtfestbühne in der norddeutschen Provinz, zwischen Andrea-Berg-Double und Gottlieb Wendehals. Das Wetter war regnerisch, kaum ein Zuschauer würdigte die Musik des Wahlhamburgers. Dabei hätte sein schon damalig wunderbar eigenständiger folkig-melancholischer Indie-Pop mehr Aufmerksamkeit verdient. Meine damalige Wut über das ignorante Laufpublikum wird nun durch die Genugtuung aufgewogen, dass Klose sein erstes Album veröffentlicht. Darauf befinden sich zwölf Songs zwischen Neo-Folk und Indie-Pop, die sich nicht vor musikalischen Brüdern im Geiste wie Mumford & Sons oder Mighty Oaks verstecken müssen. Schon der sehnsüchtige Opener „Rise“ ist trotz aller Melancholie so luftig-entspannt, dass er als Frühsommersong mit Tiefgang durchgeht. Klose bereichert den Großteil seiner Titel mit mehrstimmigen Gesängen, verhallten Backgroundchören oder Streichersätzen ohne sie zu überfrachten. Ein gelungener Erstling wie ein Versprechen, das auf mehr hoffen lässt.

Tom Klose – From Weeds To Woods (CUEX/tonpool) CD 33375 // ab 10.04.2015 im Handel