Melody Gardot // Currency of Man

Melody Gardot Currency of Man CoverVon wegen blonder Vamp! Melody Gardot ist neuerdings brünett. Angeblich verdankt sie ihre neue Haarfarbe einem Ausrutscher ihres Friseurs – behauptet die Sängerin zumindest. Auch sonst scheint die 30-Jährige ihr Faible fürs Dunkle entdeckt zu haben. Sie ist von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, als sie die Suite eines Hamburger Hotels betritt. Offenbar hat sie sich eigens für ihr Album ‚Currency of Man‘ einen völlig neuen Look zugelegt. Doch das verneint sie energisch: „Ich trage immer das, wonach mir gerade der Sinn steht.“ Diese Philosophie lässt sich auch auf ihre Musik übertragen. Mit ihrem vierten Album hat sich die Amerikanerin mit Unterstützung des Produzenten Larry Klein wieder mal in eine andere Richtung bewegt und vermengt 70er-Jahre-Phillysoul mit Funk, Blues und cineastischen Streicherarrangements. Inhaltlich prangert sie an, was auf der Welt alles im Argen liegt: „Meine Platte ist wie ein Dokumentarfilm.“ Die Single „Preacherman“ kommt zum Beispiel als Hymne gegen Rassismus daher. Sie erinnert an den Afroamerikaner Emmett Till, der 1955 gelyncht wurde. Der Grund: Der 14-Jährige hatte einer weißen Frau hinterhergepfiffen: „Ich frage mich, wie er jemals in Vergessenheit geraten konnte. Es ist wirklich eine Sünde, dass wir in den USA im Geschichtsunterricht nichts mehr über das Schicksal dieses Teenagers erfahren.“

Melody Gardot – Currency of Man (Decca/Universal) CD (Deluxe Album: The Artist’s Cut) 4727779 /  CD 060254724682 // ab 29.05.2015 im Handel