Joy Williams // Venus

Joy Williams Venus CoverJoy Willams weiß, wie man für Wow-Effekte sorgt. Als sie in der Islington Assembly Hall in London ein paar Stücke ihrer Platte ‚Venus‘ vorstellt, fasziniert sie nicht allein mit ihrer Musik, die sich irgendwo zwischen Tori Amos und Kate Bush bewegt. Fast noch beeindruckender als ihre glasklare Stimme ist der visuelle Aspekt ihrer Show. Wenn die Amerikanerin in kaleidoskopartige Farbelemente getaucht wird, wirkt sie wie eine Märchenfee. Offenbar will sich die 32-Jährige von ihrer schönsten Seite zeigen, um nach der Trennung des Country-Folk-Duos The Civil Wars ihre Solokarriere anzukurbeln. Gemeinsam mit Jean Paul White war Joy Williams in den USA megaerfolgreich. Vier Grammys heimsten die beiden als Band ein, ihre zweite CD ‚The Civil Wars‘ schaffte es bis an die Spitze der Albumcharts. Die Zeichen standen auf eine ganz große Karriere. Bis plötzlich alles vorbei war. Jetzt reden die Musiker nicht mehr miteinander. Was ist da bloß falsch gelaufen? „Als wir uns zusammengetan haben“, druckst die Sängerin herum, „wussten wir wenig voneinander. Je besser wir uns kennenlernten, desto größer wurde die Spannung zwischen uns.“ Auf jeden Fall ist sie noch lange nicht mit ihrem Exkollegen im Reinen, daran lässt ihre Pianoballade „What a good Woman does“ nicht den geringsten Zweifel: „In diesem Lied stecken Wut und Traurigkeit. Ich musste meinen Gefühlen einfach mal freien Lauf lassen.“

Joy Williams – Venus (Columbia/Sony) LP 88875087611 / CD 88875087612 // ab 26.06.2015 im Handel