Sido // VI

Sido VI CoverProll mit Maske? Erfolgreicher Musiker? Schauspieler? Braver Ehemann? Vater? Paul Hartmut Würdig alias Sido hat ganz viele Gesichter. Längst rümpft das Bürgertum nicht mehr die Nase, wenn der 34-Jährige losrappt. Im Gegenteil: Er hat sich im Mainstream etabliert. Mit Fahri Yardim hat er für die Komödie „Halbe Brüder“ vor der Kamera gestanden. Nun veröffentlicht er mit ‚VI‘ ein neues Album. „Zuhause ist die Welt noch in Ordnung“, ein Duett mit Adel Tawil, macht mit seinem Popappeal staunen. Für „Astronaut“ holt sich Sido Unterstützung bei Andreas Bourani. „Selfie“ besticht mit seinem groovenden Beat. Mit anderen Stücken mischt sich der Rapper in gesellschaftspolitische Debatten ein. „Gürtel am Arm“ erzählt die Geschichte eines Junkies. Auch „Zu wahr“ beschwört dunkle Bilder herauf: Fremdenhass, Obdachlosigkeit, Flüchtlingsdramen, Billig-T-Shirts, die unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert werden – Sido lässt alles raus, was ihm gegen den Strich geht. Mit „Knochen und Fleisch“ wird er sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst. „So war das“ lässt seine Lebensgeschichte Revue passieren. Doch der Berliner verliert sich nicht über Albumlänge in Melancholie. Mit „Vom Frust der Reichen“ macht er sich über den Lebensstil der Millionäre lustig. Dazu serviert er sphärische Synthesizer-Klänge. Der Mann weiß halt, wie man Ohrwürmer aus dem Hut zaubert.

Sido – VI (Urban/Universal) 2LP 4739235 (ab 10.9.15) / Ltd. Del. Ed. (2CD) 4739233 / CD 4739231 // ab 04.09.2015 im Handel