Wanda // Bussi

Wanda Bussi CoverMit ihrem Debütalbum ‚Amore‘ sorgte die Wiener Band Wanda im vergangenen Herbst für kollektive Begeisterung. Der Nachfolger ‚Bussi‘ dürfte ähnliche Ekstase verursachen. „Ich muss gestehen, dass der Moment der Reflexion sich mir völlig verschließt“, sagt Michael Marco Fitzthum, seines Zeichens Sänger der Wiener Band Wanda. „Das letzte Jahr war … so müssen sich die englischen Abenteurer gefühlt haben, als sie mitten in der Wüste die Pyramiden entdeckt haben. Realisieren kann man das nicht.“ Was Fitzthum zu umschreiben versucht, lässt sich auch so zusammenfassen: Platin in Österreich für das Debütalbum ‚Amore‘, mehr Nominierungen für den Amadeus Award als Andreas Gabalier und umjubelte Konzerte von Schleswig-Holstein bis Südtirol – die Begeisterung in Sachen Wanda nahm in den vergangenen zwölf Monaten gar kein Ende mehr. Von der kollektiven Euphorie beflügelt, veröffentlicht die 2012 gegründete Band nun direkt den Nachfolger ‚Bussi‘. „Wir fanden es irgendwie sehr männlich zu beweisen, dass wir diesen Zirkus direkt noch ein Jahr verkraften können“, grinst Fitzthum. „Außerdem schreibe ich ständig Songs, bestimmt 10 bis 20 pro Woche. Wir hätten jetzt schon das dritte Album fertig und in Ansätzen das vierte. Für mich ist das ganz natürlich. Ich habe Musikverwandte aus Italien, die haben von klein auf Ziehharmonika gespielt und betrunken auf Tischen getanzt, um den Leuten eine Freude zu machen – für eine Kiste Bier. So sehe ich das mit dem Musikmachen auch. Ich habe eine Art Gesellschaftsauftrag angenommen als Musiker.“ Ein Auftrag, den Wanda mit ‚Bussi‘ erneut einwandfrei erfüllen. Produziert wurde das Album wieder von Paul Gallister, und so schmiegt sich ‚Bussi‘ sanft und nahtlos an den Vorgänger an: Wanda finden auch dieses Mal den perfekten Mittelweg zwischen Lo-Fi-Charme und zuckersüßem Pop. Dazu erzählt Fitzthum Geschichten, die zwar nie von ihm handeln – viel zu langweilig, findet er – mit denen aber jeder etwas anfangen kann. Meist handeln sie von der Liebe. „Popsongs haben immer mit der Liebe, der Suche nach ihr und der Unfähigkeit zu lieben zu tun. Außerdem ist der ganze Rock‘n‘Roll ein einziges Balzritual“, sagt er. Allerdings sei ‚Bussi‘ viel unterbewusster entstanden. „Bei der ersten Platte gab es noch einen Ich-Erzähler, der sein Glück suchte, ständig scheiterte und wieder aufstand. ‚Bussi’ ist eine sehr mythische, symbolische Platte. Irgendwie nachdenklicher.“ Symbolisch ist übrigens auch das Cover selbst: Zu sehen sind Wanda darauf beim Angeln an einem See bei Leipzig. Entstanden ist es auf der letzten Tour. „Wir fanden das Bild so entzückend und vielsagend – dieser Wurf hinaus mit dem zweiten Album“, so Fitzthum. Angeln, sagt er, helfe ihm, sich zu konzentrieren. „Das wirkt meiner Zerstreuung und meinem ADHS entgegen“, lacht er. „Ich hatte meine Angel auf Tour immer dabei, aber gefangen haben wir leider nichts. Im Januar haben wir zum ersten Mal nach 14 Monaten Urlaub, ich glaube, da werde ich zum Hochseefischen fahren!“ Wer weiß, vielleicht kommt Fitzthum dann doch noch dazu, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Wanda – Bussi (Vertigo/Universal) LP 4749195 / Ltd. Vinyl Box 4749196 / CD 4749193 // ab 02.10.2015 im Handel