James Morrison // Higher Than Here

James Morrison Higher Than Here CoverAuf seinem vierten Album ‘Higher Than Here’ beweist der britische Popsänger James Morrison, dass er auch düstere Seiten hat – und dabei trotzdem gut gelaunt klingen kann.

Eigentlich hat James Morrison alles, was man sich im Leben so wünschen kann. Mit seiner Freundin ist er zusammen, seit die beiden Teenager sind. Gemeinsam haben sie eine süße, gesunde Tochter. Und ein großes, hübsches Haus. Denn auch beruflich läuft’s bei Morrison. Schon sein Debütalbum ‘Undiscovered’ erreichte 2006 die Spitze der britischen Charts und bescherte ihm im zarten Alter von 21 Jahren einen Brit-Award. Mittlerweile hat Morrison von seinen drei Alben weltweit 4,5 Millionen Exemplare verkauft. Und trotzdem geht es dem 31-Jährigen wie uns allen: Auch er hört manchmal diese kleinen, fiesen Stimmen in seinem Kopf, die alles mies machen und einen runterziehen wollen. „I’ve got demons trying to get to me“, singt Morrison deshalb nun in „Demons“, der ersten Single seines neuen Albums ‘Higher Than Here’. Was die Dämonen von ihm wollen? „Im Grunde geht es um Selbstvertrauen“, so Morrison. „Jedes Mal, wenn ich eine lange Pause mache – und seit meinen letzten Album sind ja vier Jahre vergangen – fange ich praktisch wieder von vorne an, mich selbst davon zu überzeugen, dass das eigentlich ganz gut ist, was ich da mache. Mein neues Album aufzunehmen war echt eine Qual.“

Eigentlich wollte Morrison damit eine neue musikalische Richtung einschlagen, doch als er um die 70 Stücke fertig hatte, beschlich ihn das Gefühl, dass die Songs irgendwie keine Seele haben. Also beschloss er noch mal ganz von vorne anzufangen und dabei alles offen auf den Tisch zu legen. „In den letzten Jahren ist in meinem Umfeld viel Negatives passiert“, verrät er. „Ich habe ein paar Leute verloren… Mit all dem wollte ich auf dem Album umgehen, aber ohne zu düster zu sein.“ Deshalb wirkt ‘Higher Than Here’ auf den ersten Eindruck wie eine gutgelaunte Pop-Platte: Eingängige Melodien und schöne Balladen treffen auf eine Prise Soul und Morrisons wunderbar raue Stimme. Doch wer genauer hinhört, stellt schnell fest, dass der Brite sich dieses Mal hinter der Fassade mit schmerzhaften Themen und persönlichen Problemen auseinander setzt.

Die Ballade „Too Late For Lullabies“ zum Beispiel ist seiner an Depressionen erkrankten Mutter gewidmet und handelt davon, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. In dem atmosphärischen „Heaven For A Fool“ derweil verarbeitet Morrison das schwierige Verhältnis zu seinem alkoholkranken und mittlerweile verstorbenen Vater, und auch die Herausforderung, sich nach 18 Monaten auf Tour wieder mit seiner Freundin zusammen zu raufen, thematisiert er auf dem Album. Am Ende von all dem Dunkel scheint jedoch immer ein Licht – so wie in dem Stück „Just Like A Child“. Es ist eine Ode an die Risikobereitschaft, die man in jungen Jahren in sich trägt, und von Morrisons Tochter Elsie inspiriert ist. „Dank ihr fühle ich mich viel stärker“, sagt er, „denn ich weiß, dass ich einen Sinn im Leben habe. Und zwar ein guter Vater zu sein. Alles andere ist Nebensache.“

James Morrison – Higher Than Here (Island/Universal) Ltd. Deluxe Edition (inkl. 3 Bonus-Tracks) 060254756935 / CD 4756933 // ab 30.10.2015 im Handel