Who Killed Bruce Lee // Distant Rendezvous

Who Killed Bruce Lee Distant Rendezvous CoverEs ist so eine Sache mit Erwartungshaltungen: Wenn man hört, dass die Band aus dem Libanon stammt, legt man die CD mit einem anderen Gefühl ein, als wenn die Combo aus London oder New York käme. Neugierig erwartet man wilde World-Music-Anleihen – aber warum eigentlich? Beirut war einst für seine lebendige Kultur- und Kunstszene bekannt, bevor Kriege und Terror diese Aspekte aus dem internationalen Bewusstsein verdrängten. Who Killed Bruce Lee beweisen eindrucksvoll, wie falsch Vorurteile sein können: Die Band liefert modernen und spannenden Indie-Rock, der genauso aus den USA, England, Skandinavien oder Deutschland stammen könnte. Mal klingt das etwas proggig („Distant Rendevouz“), dann gibt es Synthie-Ausflüge („Mastercraft“) und beatlastige Songs für die Indie-Disco („Pool Party“). Die Band hat ihren eigenen Stil, der trotzdem nicht dazu führt, dass die elf Songs irgendeine Form von Langeweile aufkommen lassen – eine Indie-Rock-Band, die begeistern kann und als Nachweis für ihre Eigenständigkeit keinen Hinweis auf eine exotische Herkunft benötigt.

Who Killed Bruce Lee – Distant Rendezvous (netMusicZone/rough trade) LP (180g) BS0401620 / CD BS0401619 // ab 26.02.2016 im Handel