Stefan Dettl // Soultrain

Stefan Dettl Soultrain CoverMit seiner Band LaBrassBanda hat der Trompeter Stefan Dettl von Anfang an sämtliche Lederhosen- und Weißbierklischees hinter sich gelassen. Und genauso wenig wie ihn Ländergrenzen aufhalten, scheren ihn Genregrenzen. Nun erkundet Stefan Dettl auf seinem dritten Soloalbum ‚Soultrain‘ den Sound aus Memphis und New Orleans. Nachdem Stefan Dettl bei seinen Vorgängerwerken in die Gitarrensaiten gelangt hatte, hat er sie diesmal wieder gegen die Trompete getauscht. Klar fehlt der fette Orgelsound ebenso wenig wie verzerrte Gitarren, doch Dettl singt (viele Stücke auch in Englisch) und legt mit prächtigen Trompetensoli mächtig los. „Ich wollte eine Soulplatte machen, die überall auf der Welt funktioniert. Dass ich aus Bayern komme, soll dabei keine Rolle spielen“, erklärt Dettl, der auf ‚Soultrain‘ ganz weit weg vom Gamsbart-Klischee ist. Schon der Opener „Superman“ demonstriert, dass Dettl den Soul so singt und spielt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Mit treibenden Bässen und fetten Bläsersätzen sorgen Tracks wie „Soultrain“ oder „Baby“ für klassisches Soul-Flair, während „Lonely Boy“ Jazz plus Rock ergibt. „Trachtenbua“, das mit einem Tubasolo beginnt, sorgt schließlich für unbändige Partystimmung mit Slap Bass, Hendrix-Gitarre und High-Speed-Schlagzeug. Und wenn am Ende im Cha-Cha-Rhyhtmus ein besoffen klingendes Klavierthema loslegt, ist man wahrhaft betrunken von so viel souliger Glückseligkeit.

Stefan Dettl – Soultrain (RCA/Sony) 2LP 88875189731 / CD 88875050482 // ab 18.03.2016 im Handel