Jupiter Jones // Brüllende Fahnen

Jupiter Jones Brüllende Fahnen CoverMan will eigentlich nur noch weinen, wenn man dieser Tage die Nachrichten einschaltet oder die Zeitung aufschlägt – vor lauter Dummheit, Hass und Elend in dieser Welt. „Brüllende Fahnen“, das neue Album von Jupiter Jones, ist deshalb politischer und gesellschaftskritischer denn je ausgefallen. „Wir wollten damit ganz klar auf den Punkt bringen, was uns gerade nervt“, sagt Gitarrist Sascha Eigner. „Der wichtigste Song des Albums ist ‚Alle Türken heißen Ali’. So lautete der Arbeitstitel von Fassbinders Film ‚Angst essen Seele auf’ von 1974. Damals, als die Gastarbeiter aus der Türkei kamen, gab es die gleichen Hassreden wie jetzt. Man fühlt sich eins zu eins in die heutige Zeit versetzt und fragt sich: Haben die Leute in den letzten 30 Jahren eigentlich irgendetwas gelernt?“ Vertont haben Jupiter Jones diesen und andere kritische Songs mit kantigem Rock’n’Roll – inspiriert von den Black Keys, Jack White und den Arctic Monkeys. Ein bewusster stilistischer Aufbruch, schließlich ist ‚Brüllende Fahnen‘ für die Band ein Neuanfang: Es ist das erste Album seit dem Ausstieg von Sänger Nicholas Müller im Mai 2014. „Das war schon ziemlich scheiße damals, wenn man mal ehrlich ist“, blickt Eigner zurück. „Wo hat das denn schon mal funktioniert, ein Sängerwechsel?“ Bei Jupiter Jones dürfte es zweifellos funktionieren – nicht nur, weil Sven Lauer ein würdiger Ersatz ist, sondern auch, weil ‚Brüllende Fahnen‘ wirklich etwas zu sagen hat.

Jupiter Jones – Brüllende Fahnen (Four Music/Sony) LP 88875183561 / CD 88875183562 // ab 25.03.2016 im Handel