Joe Bonamassa // Blues Of Desperation

Joe Bonamassa Blues Of Desperation CoverEr gilt als einer der besten Gitarristen der Gegenwart, füllt die größten Hallen der Welt und verkauft Millionen von Tonträgern. Die stolze Bilanz eines 38-Jährigen, der vieles anders macht als seine Kollegen. Und nun sein persönliches opus magnum vorlegt: ‚Blues Of Desperation‘. Sein letztes Werk – ‚Different Shades Of Blue‘ von 2014 – gilt als das bislang erfolgreichste und versierteste seiner Karriere. Weshalb Joe Bonamassa auch für den Nachfolger auf renommierte Co-Songwriter, eine tighte Band und Stammproduzent Kevin Shirley setzt. Dieses Dream-Team hat sich im letzten Sommer fünf Tage lang im legendären Grand Victor Sound Studio in Nashville eingenistet – mit feinstem Vintage-Equipment sowie elf Songs, die sämtliche Facetten des Blues ausloten.

Den Auftakt macht ein dreckiger, aber dynamischer Rocker namens „This Train“, der gleich sämtliche Zutaten auffährt, die dieses Werks ausmachen: Bonamassas kratzige Reibeisenstimme, sein Faible für starke Riffs und virtuose Soli. Dazu der treibende Beat zweier Drummer-Koryphäen (Greg Morrow und Anton Fig), das traditionelle Blues-Vokabular aus Zügen, Bergen und Tälern sowie Texte, mit denen sich jeder identifizieren kann. Nämlich Alltagsthemen, angereichert mit viel Herzschmerz sowie bitterbösem Zynismus. Denn: Das irdische Sein ist nicht immer leicht – und es handelt sich schließlich um Blues, um musikalische Selbsttherapie. „Es ist nicht so, als hätte ich selbst Liebeskummer oder als würde es mir in irgendeiner Form schlecht gehen“, lacht Joe. „Ich mag einfach diese Songs, in denen die Hauptfigur am Abgrund oder mit dem Rücken zur Wand steht und vor lauter Verzweiflung nicht weiß, was er tun soll. Das sind für mich die spannenden Momente der menschlichen Psyche – eben durchzuspielen, wie man damit umgeht und wie man da wieder rauskommt. Dafür eignet sich der Blues am besten: Er ist die Musik des Schmerz und des Leidens – aber auch des darüber Hinwegkommens.“

Da zieht der Sohn eines Musikinstrumente-Händlers von der amerikanischen Ostküste sämtliche Register. Sei es mit erdigen Power-Stücken à la „Mountain Climbing“, „Distant Lonesome Train“ oder dem Led Zep-mäßigen Titelsong. Aber auch mit gefühlvollen Balladen wie „Drive“, akustischem Clapton-Blues („Livin´ Easy“), New Orleans-Sound („What I´ve Known For A Very Long Time“), und, und, und. ‚Blues Of Desperation‘ ist extrem abwechslungsreich, bewegt sich auf höchstem musikalischen Niveau und glänzt zudem mit humorvollen Weisheiten der Marke: „Nichts ist schwerer, als ganz simpel zu leben.“ Was auch das Motto des Künstlers ist: „Klar, habe ich ein nettes Haus und ein paar schöne, alte Gitarren. Aber ich bin nicht exzessiv, ich schwelge nicht in Luxus und ich achte sehr darauf, dass ich nicht den Draht zum Publikum verliere. Das bedeutet: Viel Touren, eine gute Show auffahren, bescheiden bleiben und die beste Musik zu machen, die in mir steckt.“ Tugenden, die den Herrn der Saiten zum perfekten Blues-Dienstleister machen.

Joe Bonamassa – Blues Of Desperation (Provogue/Mascot/rough trade) // 2LP (180g, Gatefold) PRD74811 / Deluxe Silver Edition PRD74815 / CD PRD74812 // ab 25.03.2016 im Handel