Astairre // So lange wir noch funktionieren

„Ich hasse meine Freunde und ich glaube sie hasse mich“, schreit mir Sänger Phillipp gleich zum Auftakt des Albums von Astairre ins Ohr. Und so wie er das tut, muss das stimmen. „Sowas weiß man eben und sagt es sich nicht ins Gesicht“, fügt er an. „Ja, stimmt wohl“, will man unvermittelt sagen, eigene Momente aus Wut und Frust rekapitulierend. Astairre So lange wir noch funktionieren Cover„Sag mir, was willst du eigentlich von mir?“, überschlägt sich seine Stimme und im Hintergrund brettert ein Gitarrenriff in schönster Neunziger Alternative Manier irgendwo zwischen Placebo und Jimmy Eat World an uns vorbei. „Liebe Twenage Middle Class.140 Zeichen gute Laune. Ist das dann schon alles oder geht noch was?“, ruft Phillip mir in „1984“ entgegen, das eine Absage ans Partyleben ist. „Du stehst plus zwei auf der Liste und kommst doch wieder allein“, weiß Philipp. „Ja, da hast du wohl wieder Recht“, nicke ich. ‚So lange wir noch funktionieren‘ bietet emotionale, zum Teil wütende Texte und einen ebenso intensiv instrumentierten Indie-Rock als Grundlage, auf der sich der Frontmann austoben kann.

Astairre // So lange wir noch funktionieren (Unter Schafen/Alive) LP 6416358 / CD 6416357 // ab 01.04.2016 im Handel