Deftones // Gore

Deftones Gore CoverEins vorweg: „Gore“, das achte Studioalbum der Deftones, ist wirklich gut geworden. Und das obwohl im Vorfeld durchsickerte, dass es dieses Mal wohl einige ruhige Passagen geben würde. Das wurde nämlich gemutmaßt, nachdem Gitarrist Stephen Carpenter noch vor der Veröffentlichung seinen Unmut über die neue musikalische Ausrichtung seiner Band geäußert hatte. Ihm schwebte ein anderer Sound vor. Dennoch war er mit im Studio und stellte sich in den Dienst der Band. Die Pessimisten unter den Fans rechnen bereits mit einem Ausstieg Carpenters. Ob es so weit kommen wird, bleibt aber abzuwarten. Nun zu den Fakten: Carpenters Äußerungen legten den Schluss nahe, Deftones würden anno 2016 anders klingen. Diese Annahme bzw. Befürchtung ist unbegründet. „Prayers/Triangle“, die erste Auskopplung und zugleich der Albumauftakt, präsentiert sich im typischen Deftones-Stil: intensiv, emotional, mitreißend und mit der perfekten Balance aus Melodie und Härte. Genau so geht es bis einschließlich „Geometric Headdress“ weiter, weshalb die Fans der ersten Stunde keine Sorge haben müssen, die Härte käme auf ‚Gore‘ zu kurz. Und selbst wenn – wie in „Hearts/Wires“, Pittura Infamante“ oder „Phantom Bride“ (mit Jerry Cantrell von Alice In Chains als Gast) – die ruhigen Passagen die Oberhand gewinnen, bleibt die Härte nie gänzlich außen vor. Kurzum: ‚Gore‘ klingt unverkennbar nach den Deftones, wie wir sie kennen.

Deftones – Gore (Reprise/Warner) 2LP (White Vinyl) 9362492649 / CD 9362492648 // ab 08.04.2016 im Handel