Long Distance Calling // Trips

Long Distance Calling  Trips CovorNichts scheint Long Distance Calling egaler zu sein als Erwartungen: Als Prog-Rock-Band mit Fans im Post-Rock und Heavy-Sektor muss man erst einmal den Mut zu einem Opener wie der Achtziger-Jahre-Nummer „Getaway“ haben, die direkt aus einem Action-Serien-Soundtrack jener Dekade inklusive Pink Floyd Synthies entsprungen scheint. 
Schnell wird klar, dass der Albumtitel ‚Trips‘ durchaus als Konzept durchgeht. Denn in den neun Songs geht es eben auf einen Trip durch die unterschiedlichsten Gefilde des musikalischen Schaffens der Band. Und dabei wird auch klar, dass bei LDC gerade der Wandel, das „im Prozess ständiger Veränderung sein“, die größte Konstante ist. Nachdem man als reine Instrumental-Band begann und überzeugte, hatte man zuletzt überraschenderweise mit Martin „Marsen Fischer“ einen festen Sänger präsentiert. Doch kaum konnten sich die Fans an diesen Gedanken gewöhnen, ist dieser auf dem neuen Werk nun durch Petter Carlsen ersetzt, während Fischer selbst Keyboards, Pianoklänge und Electroeinflüsse auf ‚Trips‘ beisteuerte. Gemeinsam spannen die vier Musiker und ihre Gäste Carlsen und Fischer einen großen stilistischen Bogen zwischen dem dunklem und metalartigen „Trauma“, dem 80s-Groove-Ausflug „Getaway“, dem mäandernden Ambientstück „Presence“ und einer Ballade wie „Rewind“, die nach einem ersten Start als Klavierstück in einem Wall of Sound gipfelt. Insgesamt macht das alles das Album zu einem interessanten Trip.

Long Distance Calling – Trips (Inside Out/Sony) 2LP+CD 88985307991 / CD 88985311202 // 29.04.2016 im Handel