Bob Dylan // Fallen Angels

Bob Dylan - Fallen Angels CoverDylan-Fans sind – wie der Meister – echte Überzeugungstäter. Ein Völkchen in den besten Jahren, zumeist studiert, verankert in den Idealen der 68er und mit solidem Auskommen. Sonst könnten sie sich die immer neuen Alben, Bücher und Konzerte von Mister Zimmerman auch kaum leisten.
Wobei der 75-Jährige die Seinen mit ‚Fallen Angels‘ auf eine ähnliche Probe stellt wie mit dem Vorgänger ‚Shadows In The Night‘ (2015): Bei den zwölf Stücken handelt es sich um Klassiker der amerikanischen Musikgeschichte, die von Johnny Mercer, Harold Arlen, Sammy Cahn und Carolyn Leigh komponiert wurden, bereits eine Sinatra-Interpretation erfuhren und extrem melancholisch anmuten. Eben Stücke, deren Titel wie „Melancholy Mood“, „Come Rain Or Shine“ oder „Maybe You´ll Be There“ Bände sprechen, und einen ungewohnt ruhigen, introvertierten Dylan zeigen. Zum Glück mit auflockernden Ausfallschritten wie „That Old Black Magic“, auf dem er richtig swingt und geballte Lebenslust demonstriert. Wobei es – seien wir ehrlich – im Grunde egal ist, wessen Songs er sich vorknöpft: Durch seinen markanten Gesang und seine knarzige Instrumentierung macht sich Dylan wirklich alles zu Eigen. Zumal mit einer Intensität und einem Charme, die betörend sind und Ol´ Blue Eyes in Nichts nachstehen. Übrigens: Wie Frankie-Boy hat auch Dylan sämtliche Stücke in den legendären Capitol-Studios aufgenommen – welch Zufall!

Bob Dylan – Fallen Angels (Columbia/Sony) // LP 88985316001 / CD 88985308022 // ab 20.05.2016 im Handel