Michael Kiwanuka // Love & Hate

Michael Kiwanuka - Love & Hate CoverLeicht gemacht hat es sich der 29-Jährige mit seinem zweiten Album nicht. Er brauchte drei Anläufe für ‘Love & Hate’. Dabei hatte er den sogenannten Durchbruch doch eigentlich längst geschafft.
Der Sänger, der nach Schulchor und angefangenem Jazzgitarrenstudium zunächst im Hintergrund auf diversen Pop- und R&B-Produktionen sang und spielte, gewann die BBC-Nachwuchsumfrage „Sound of 2012“ (wie vor ihm Adele und nach ihm Sam Smith), sein vom Gitarrenspiel und der soulgetränkten und kräftigen Stimme geprägtes Debüt verkaufte sich gut, die Single „Home Again“ wurde ein Hit. „Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich stehe wieder bei null. Es war komisch, ich kam mir lange Zeit so klein und unfähig vor und war davon überzeugt, es einfach nicht mehr drauf zu haben.“ Dann kontaktierte ihn Brian Burton, besser bekannt als Danger Mouse, der jüngst auch die Red Hot Chili Peppers produzierte. „Mit Brian fing ich ganz frisch an. Er sorgte dafür, dass meine Selbstzweifel immer geringer wurden.“ Der Rock’n’Roll-Freund Burton und Jimi-Hendrix-Fan Kiwanuka entwickelten einen anderen Sound als den eher lieblichen Soul-Blues-Pop des Debüts. Die Gitarre steht jetzt stärker im Vordergrund, die Platte klingt kantiger. „Halb unbewusst haben wir ein Album geschaffen, mit dem ich mir musikalisch auch auf großen Festivals Gehör verschaffen kann.“ Das ganze Album hört sich an wie ein akustischer Abenteuerspielplatz. „Die Songs, die ich schreibe, sollen sich für die Menschen anfühlen wie Songs, die immer schon dagewesen sind.“

Michael Kiwanuka – Love & Hate (Polydor/Universal) 2LP 4783458 / CD 4785905 // ab 15.07.2016 im Handel