Steven Tyler // We’re All Somebody From Somewhere

Steven Tyler - We’re All Somebody From Somewhere CovorMit 68 Jahren wagt Steven Tyler noch einmal den Neuanfang. „We’re All Somebody From Somewhere“ ist tatsächlich das allererste Soloalbum in der Karriere Aerosmith-Frontmanns, und es überrascht: Tyler macht jetzt Countrymusik.
Genauer: Er macht in Nashville produzierten, vom Country-Genre stark beeinflussten Gitarrenrock. Produziert hat Roots-Rock-Magier T Bone Burnett auf der einen sowie ein Team aus Mainstream-Pop-Meistern um Marti Frederiksson auf der anderen Seite. Das Resultat ist eine Platte voller Gitarren, Fiddeln („Somebody New“), ein wenig Honkey Tonk („The Good, The Bad, The Ugly“), Bryan-Adams-ähnlichem Rock („Red, White & You“), Countryschlager („Gypsy Girl“) sowie hübschen akustischen Momente, etwa auf der spärlich instrumentierten Version des Aerosmith-Hits „Janie’s Got A Gun“. „In der Countrymusik geht es noch an erster Stelle um die Melodien“, so Tyler. Mitunter sind die Songs nicht weit entfernt von seinem Wirken mit Aerosmith, „It ain’t easy“ oder das dramatische „Only Heaven“ hätten auch zur Band gepasst, das fetzige „Hold On (Won’t Let Go)“, auf dem Tyler gesanglich den räudigen Kater gibt, erst recht. „Aber ich war und bin einfach der Ansicht, dass jetzt die richtige Zeit ist, um mich mit diesen Songs zu verwirklichen.“ Im Juli tourt Tyler mit der Platte durch Nordamerika, danach stehen Südamerika-Festivals mit Aerosmith auf dem Programm. Die Band plane, entgegen anderslautender Gerüchte, übrigens nicht, mit neuem Sänger weiterzumachen. Wahrscheinlicher sei eine gigantische Abschiedstournee ab 2017, aber erstmal steht jetzt Steven Tyler alleine im Mittelpunkt des Geschehens.

Steven Tyler – We’re All Somebody From Somewhere (Universal) LP (ab 14.10.) 4796757 / CD 4796755 // ab 15.07.2016 im Handel