Norah Jones // Day Breaks

Norah Jones, Day Breaks CoverWer den legendären Londoner Jazzclub „Ronnie Scott’s“ im Stadtteil Soho betritt, taucht in eine andere Welt ein. Der gesamte Raum wird nur spärlich von kleinen Tischlampen beleuchtet. Auf der Bühne steht ein Piano. Auf dem Klavierhocker wird gleich Norah Jones Platz nehmen, um ein paar Stücke ihres Albums ,Day Breaks‘ live vorzustellen. Als die Musikerin in einem gelben Blümchenkleid aus ihrer Garderobe kommt, wirkt sie auf den ersten Blick in diesem Ambiente deplatziert – bis sie anfängt zu spielen. Mit ihrer Version von Horace Silvers „Peace“ zieht die Amerikanerin das Publikum sofort auf ihre Seite. Dieses Stück begleitet sie schon seit einer Ewigkeit. „Vor 15 Jahren habe ich es zum ersten Mal für eine EP aufgenommen“, erinnert sie sich. Das Lied ist ihr so vertraut, dass sie sich bei ihrer eigenen Interpretation weder über den Text noch über die Akkorde Gedanken machen muss: „Ich habe das Gefühl, dieser Song ist ein Teil von mir.“ Nicht nur deswegen wollte sie ihn unbedingt auf ihrem neuen Album, das Jazz mit Folk, Soul oder Pop vereinigt, haben. Er passt thematisch perfekt zu sozialkritischen Eigenkompositionen wie „Flipside“ oder „It’s A Wonderful Time For Love“, zu denen die 37-Jährige all die Negativmeldungen in den Zeitungen oder im Fernsehen inspiriert haben: „Die Nachrichten sind erschreckend deprimierend. Die ganze Welt scheint auseinanderzufallen.“

Norah Jones – Day Breaks (Blue Note/Universal) LP 4795572 / Deluxe Ed. (CD) 5713668 / CD 4795571 // ab 07.10.2016 im Handel