Neil Young // Peace Trail

neil-young__cov__peace-trailSo lange es auf diesem Planeten Dinge gibt, die ihn nerven, so lange nimmt Neil Young immer neue Alben auf. Wie ‚Peace Trail‘, das mittlerweile 37. Studio-Epos seiner monumentalen Karriere – mit einem Titel, der Bände spricht. Denn auf den zehn Stücken, die in Rick Rubins Shangri-La Studios in Malibu entstanden, ist der 71-Jährige auf dem Friedenspfad. Als Reaktion auf den geballten Hass bei der jüngsten US-Präsidentschaftswahl, schlägt der Althippie nun bewusst ruhige Töne an, versucht es mit akustischen Stücken (die von ruppigen E-Gitarren und verzerrter Harmonika durchkreuzt werden) und einem Appell an den gesunden Menschenverstand. Das beginnt schon im Titelstück, zugleich der Opener, das sich gegen das Establishment richtet und einen gesellschaftlichen wie politischen Wandel beschwört. Zudem stellt er in „Indian Givers“ die Mentalität des ewigen Nehmens in Frage, karikiert in „Terrorist Suicide Hang Gliders“ die Terror-Paranoia, klagt in „John Oaks“ die Polizeigewalt an und gibt in „My Pledge“ ganz offen zu, dass er in der modernen Welt aufgeschmissen ist: „I´m lost in this new generation, left me behind.“ Einer von zahlreichen Höhepunkten eines herrlich altmodischen Albums, das er in gerade mal vier Tagen mit Drummer Jim Keltner und Bassist Paul Bushnell aufgenommen hat und das wie ein stolzer Monolith aus der aktuellen Flut an Veröffentlichungen ragt.

Neil Young – Peace Trail (Reprise/Warner) CD 9362491504 // ab 09.12.2016 im Handel