Marcel Brell // Sprechendes Tier

An mehr oder weniger jungen, mehr oder weniger gefühlvollen deutschsprachigen Popsängern besteht aktuell wahrlich kein Mangel. Doch Marcel Brell darauf zu reduzieren, wird ihm keinesfalls gerecht. Vielmehr schafft es Brell tatsächlich, eine Lücke zu schließen, die man vielleicht vorher gar nicht gesehen hatte: die Lücke zwischen Radio- und Indie-Pop. Denn die durchaus radiotaugliche Eingängigkeit seiner leicht melancholischen Songs auf ‚Sprechendes Tier‘ paart er mit intelligenten Arrangements, gelungenem Songwriting und anspruchsvollen Texten, was ihn eher in die Nachbarschaft von Spacemann Spliff, Olli Schulz, Gisbert zu Knyphausen und Niels Frevert rückt. Während die Uptempo-Nummern wie „Sprechendes Tier“ eingängig im Ohr hängen bleiben, schafft es Brell auch in balladesken Momenten („Steine“, „Keine Worte“ ), trotz großer Emotionen am Kitsch vorbeizurutschen.

Marcel Brell – Sprechendes Tier (Believe/Soulfood) CD BLVDIG 104 // ab 20.01.2017 im Handel