Elbow // Little Fictions

Der Tag, an dem Elbow ein enttäuschendes Album vorlegen, der muss erst noch kommen. Und wer realistisch ist, der weiß, dass es diesen wohl nie geben wird. Selbst nachdem im März 2016 Schlagzeuger Richard Jupp ausgestiegen war und die Band damit ihren ersten Besetzungswechsel in 20 Jahren erlebt hatte, zeigen die Briten keinerlei Schwäche. Auch ohne Schlagzeuger – wobei durchaus Schlagzeug, Percussions und Drumcomputer zu hören sind – ist ihnen ein äußerst zufriedenstellendes Album gelungen. ‚Little Fictions’ ist voll süßer Melancholie und edlen, anspruchsvollen Indiepop-Melodien. Nicht zu vergessen die einzigartige Stimme von Guy Garvey. Es kommt eigentlich einem Witz gleich, einen der Songs hervorzuheben, da sie alle auf einem gleich hohen Niveau sind. Wer aber wissen will, wie genial Elbow anno 2017 sind, sollte sich das über acht Minuten lange Titelstück zu Gemüte führen. Erhaben, spannend und treibend sind nur drei der Adjektive, die einem beim Hören durch den Kopf schießen. Dass sie bei der Arbeit und trotz der die Songs bestimmenden Melancholie Spaß hatten, wird am Ende des letzten Stücks „Kindling“ deutlich, wenn geschnackt, gewitzelt und gelacht wird.

 

Elbow – Little Fictions (Polydor/Universal) LP 5723497 / CD 5722720 // ab dem 03.02.2017 im Handel