Balbina // Fragen über Fragen

Einfach mal zwei Tage durchschlafen, das sei schon schön, erzählt die 33-Jährige aus Berlin, die mit vollem Namen Balbina Monika Jagielska heißt. Andererseits: Zwei Tage durcharbeiten sind ebenfalls nichts Außergewöhnliches. Diese Balbina, das lässt sich ohne Wenn und Aber behaupten, ist ein Unikat in der deutschen Poplandschaft. Als Kind wollte sie singen können wie Whitney Houston, später hörte sie viel Soul und Jazz, um dann bei den HipHop-Jungs des Berliner „Royal Bunker“-Labels anzudocken. Sie kann ihre Stimme toll variieren, aber noch einzigartiger ist ihr Spiel mit den Worten: Balbina ist eine Abenteuerreisende in Sachen Songlyrik. Das zeigte sie schon auf ihrem Debüt ‚Über das Grübeln‘, und auf ‚Fragen über Fragen‘ setzt sie ihre Leidenschaft für das Suchen und Finden von „Wortgruppen in der Buchstabensuppe“ (aus „Das Glück“) fort. Besonders unbeschwert geht es dabei freilich nicht zu, wenn sich die große Gedankenmacherin Balbina sprachlich austobt. Doch bei aller Melancholie und einer gewissen Kultivierung ihres Außenseiterinnenseins begleitet man Balbina sehr gern auf ihrer Expedition, zumal es in „Der gute Tag“ endlich mal locker wird, denn „Die Mundwinkel sind im rechten Winkel“.

Balbina – Fragen über Fragen (Four Music/Sony) 2LP+CD 88985395441 / CD 88875192092 // ab 17.02.2017 im Handel