James Blunt // The Afterlove

James Blunt (Foto: Warner Music)

James Blunt (Foto: Warner Music)

Fast vier Jahre nach seinem Goldstück ‚Moon Landing‘ ist der britische Songwriter wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Für sein neues Album hat er ein Team erfolgreicher Autoren um sich geschart, um mit ‚The Afterlove‘ ein neues Kapitel seiner Karriere einzuleiten.

James Blunt The Afterlove Cover„Ihr glaubt, 2016 war ein schlimmes Jahr? 2017 erscheint mein neues Album!“ James Blunts Drohung via Twitter zeigt vor allem eines: Der scheinbar so steife Soldatensohn hat Humor. „Ich nehme mich nicht zu ernst, hab ich auch nie“, schwört der 43-Jährige. „Dieses Album ist deutlich direkter, es ist eine Reflexion meines Lebens, wo ich stehe und was ich erlebt habe.“ Allein in den vergangenen vier Jahren hat sich viel im Leben des Songwriter-Superstars verändert. Im Herbst 2014 heiratet er seine Verlobte Sofia Wellesley, wird Vater und genießt den Erfolg, wenn er nicht als Juror von X Factor in Australien an der Seite von Dannii Minogue und Chris Isaak jobbt. „War schön, mal etwas anderes zu machen“, findet er, „das war erfrischend, um mich wieder auf meine Musik zu konzentrieren.

Jetzt muss er sich von seinen Fans bewerten lassen, mit ‚The Afterlove‘, für das er sich richtig Zeit ließ. „Es war gut, dass ich mal zwei Jahre Zeit zum Schreiben hatte“, findet Blunt. „Deswegen habe ich auch das Gefühl, dass die neuen Nummern ziemlich stark und kraftvoll sind und zeigen, wie ich mich gerade fühle.“ Rund 100 Songs, so Blunt, seien in dieser Zeit entstanden. Lieder, für die er mit hochkarätigen Co-Autoren und Musikern arbeitete, wie die britische Songwriterin Amy Wadge, der irische Songwriter Johnny McDaid oder der kanadische Komponist Stephan Moccio. Auch sein Kumpel, der OneRepublic-Sänger Ryan Tedder, war wieder dabei. Wobei die beiden bei ihrer feuchtfröhlichen Hotel-Session für Ruhestörung und Aufruhr sorgten. „Es war ein bisschen spät und ein Typ wummerte an die Tür, wir sollten endlich die Klappe halten“, grinst Blunt. „Dann erkannte er Ryan, dann mich und meinte freundlich: Hi! Cool! Macht ruhig weiter!“

Den vielleicht wichtigsten Gastauftritt hat jedoch Blunts Kumpel Ed Sheeran, der auf „Bartender“ Gitarre spielt und auch auf dem Album singt. „Er hat sich sehr bemüht und war gar nicht schlecht“, scherzt Blunt und wird wieder ernst: „Sein Talent ist phänomenal.“

So ist ‚The Afterlove‘ ein modernes Pop-Album, das vielschichtig und ungewöhnlich klingt und mit dem Blunt auch gleich noch sowohl seinen Ruf als Schmuse-Sänger als auch sein steifes Saubermann-Image ablegen möchte. Selbst die Kritik, er verlasse sich ein wenig auf die Kreativität seiner Co-Autoren, schert ihn nicht. „Die haben ja Recht“, kontert er mit voller Offenheit. „Ich habe fünf Alben gemacht und will mich nicht wiederholen. Es war mir wichtig, frische Einflüsse an Bord zu holen. Musik, das ist nun mal mein Job, aber auch meine Leidenschaft. Und ich finde, wir haben ein paar gute Songs am Start. Ich bin seit Langem mal wieder richtig aufgeregt.“

James Blunt – The Afterlove (Warner) LP 9029585078 / Extended Version (CD) 9029585000 / CD 9029585080 // ab 24.03.2017 im Handel