Depeche Mode // Spirit

Depeche Mode Spirit CoverAuf ihrem 14. Studioalbum ‚Spirit‘ beziehen Depeche Mode Stellung gegen Brexit, Trump und einen verrückten Zeitgeist zwischen Lethargie und Ultranationalismus. Damit sind sie eine der wenigen Bands, die sagt, was sie denkt.

Die Musikwelt, so scheint es, sitzt wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange – und traut sich nicht, ihre Meinung zum sozio-politischen Zeitgeschehen auf den Punkt zu bringen. Fast so, als würde sie die Konsequenzen fürchten. Einzige Ausnahmen von der Regel: Neil Young, die Sleaford Mods und Depeche Mode. Ein Trio, das nach 37 Jahren und 100 Millionen verkaufter Alben noch längst nicht genug hat. Das immer noch hungrig und bissig ist sowie mit ‚Spirit‘ ein wichtiges Statement zum Hier und Jetzt abgibt. Denn Songs wie „Going Backwards“, „Where’s The Revolution?“, „Scum“ oder „Poison Heart“ lassen kein gutes Haar an den Mächtigen und Reichen dieser Welt, sie fordern Aufruhr, Revolution und gravierende Veränderungen. Eine Botschaft, die zeigt, dass Sänger Dave Gahan und Mastermind Martin Gore gewillt sind, Verantwortung und Vorbildfunktion zu übernehmen. Mehr noch: Sie betten die kämpferischen Texte in spannenden High-Tech-Pop, der mit innovativen Sounds und Effekten glänzt, nie zu glatt oder zu durchgestylt wirkt und im Endeffekt fast so etwas wie elektronische Protestmusik ist. Eine imposante Leistung.

Depeche Mode – Spirit (Columbia/Sony) 2LP 88985411651 / Deluxe (2CD) 88985411692 / CD 88985411682 // ab 17.03.2017 im Handel