Judith Holofernes // Ich bin das Chaos

Judith Holofernes Ich bin das Chaos CoverDas Restaurantschiff „van Loon“ liegt in Berlin-Kreuzberg vor Anker. Hier empfängt Judith Holofernes zum Interview. Ihr Blick ist hellwach, ihr Gesicht ungeschminkt. Sie outet sich als „Chaotin in Reinform“, die als Kind manchmal ihre Schultasche im Bus vergessen hat: „Ich war sehr verträumt.“ Inzwischen hat die 40-Jährige ihre Schusseligkeit halbwegs im Griff. Daheim in Berlin kümmert sie sich mit ihrem Mann, dem Musiker Pola Roy, um die beiden Kinder. Auch beruflich ist das Paar ein eingespieltes Team. Roy hat das zweite Holofernes-Album ,Ich bin das Chaos‘ produziert: „Wir sind so eine Art Familienunternehmen.“ Mit eigenem Label, bei dem das neue Album erscheint, das gegen die Verflachung der Popmusik Sturm läuft. Judith Holofernes musiziert abseits des Mainstream. Dabei stand ihr der faröische Multiinstrumentalist Teitur zur Seite, der Streicher, Bläser und Theremin-Chöre zu einem erfundenen Orchester arrangierte. So ist ein facettenreicher Sound entstanden. Geigen untermalen den melancholischen Popsong „Der letzte Optimist“. „Die Leiden der jungen Lisa“ kommt als Ballade daher. Bei „Analogpunk“ vereinigt sich mädchenhafter Gesang mit elektronischen Spielereien und satten Gitarren. Der Protagonist dieses Stücks ist das absolute Gegenteil von Holofernes, die gern bloggt: „Ich bin eher der Dialog-Hippie, der sich im Internet seine eigenen Kommunikationskanäle schafft.“

Judith Holofernes – Ich bin das Chaos (Däräng Dängdäng/Warner) LP 505419751331 / CD 505419751322 // ab 17.03.2017 im Handel