Feist // Pleasure

Feist Pleasure CoverAuf Alben von Leslie Feist zu warten, macht keinen Spaß. Nicht etwa, weil man enttäuscht würde, im Gegenteil: Man kann einfach nicht genug von ihren Songs bekommen und wünscht sich regelmäßig(er)en Nachschub. Sechs viel zu lange Jahre sind seit ‚Metals‘ vergangen. Aber jetzt hat das Warten zum Glück ein Ende. Da erscheint ihr neuester Streich ‚Pleasure‘. Und ja, es ist ein enormes Vergnügen, dieses Album zu hören. Wieder einmal enttäuscht einen Feist nicht.

Diesmal war ihr Kollaborateur Chilly Gonzales nicht involviert, dafür waren drei andere alte Bekannte mit von der Partie: Mocky, Brian LeBarton und Renaud Letang. Zu diesem angestammten Team, mit dem die 41-Jährige seit einigen Jahren arbeitet, gesellte sich der ehemalige Pulp-Sänger Jarvis Cocker. Aber nicht falsch interpretieren: Das Gros der Arbeit leistete Feist selbst. Sie spielt Gitarre und erhebt ihre unverkennbare Stimme, die auch schon auf Alben von Wilco und Peaches oder in der US-Ausgabe der „Sesamstraße“ zu hören war. ‚Pleasure‘ ist ein vielschichtiges Album. Sie experimentiert beispielsweise mit Loops („The Wind“). Außerdem gibt sich Feist nicht nur mit leisen Tönen zufrieden und tauscht die Akustikgitarre gegen eine E-Gitarre aus, dringt in „Century“ in PJ Harvey-Sphären vor oder benutzt die Akustikgitarre wie eine an den Verzerrer angeschlossene E-Gitarre („Any Party“). Grandios!

Feist – Pleasure (Polydor/Universal) 2LP 5738238 / CD (Digi) 5739782 // ab 28.04.2017 im Handel