Nils Landgren Funk Unit // Unbreakable

Nils Landgren Funk Unit Foto Thron Ullberg

Nils Landgren Funk Unit (Foto: Thron Ullberg)

JAZZ Auf ureigenem amerikanischem Gebiet, dem jazzigen Soul und Funk nämlich, bewiesen Landgren und seine Truppe, dass europäische Musiker nicht nur mithalten, sondern eigene Akzente setzen können – heute eine Selbstverständlichkeit, damals eine Sensation. Nach 25 Jahren ist die Nils Landgren Funk Unit immer noch an der Spitze. Auf ‚Unbreakable‘ kann man wieder hören, warum. Nils Landgren Funk Unit Unbreakable Cover„We’ve been funkin‘ for a long time, more than twenty years. We’ve seen the world like it is, are facing all the fears. From Shanghai to New Jersey, seen the Kreml too. Everywhere we go, funkin‘ is all we do. We‘re unbreakable!“, singt Nils Landgren im Titeltrack seines neuen Albums ‚Unbreakable‘. Genau 25 Jahre ist es her, dass der Posaunist, Sänger, Produzent, Mentor, Bigband-Leader und Festivalleiter den Grundstein für seine in Europa konkurrenzlose Karriere mit seiner Funk Unit legte. Und wie ließe sich das besser feiern als mit einem neuen Album. Dabei machen der Schwede und seine Mitstreiter deutlich, dass sie immer noch die unangefochtenen Marktführer ihres Genres sind.

Und so lassen sie auf ‚Unbreakable‘ in Sachen heiße Beats und knackige Riffs nichts anbrennen. Dafür gingen Nils Landgren (Posaune und Gesang), Magnum Coltrane Price (Bass und Gesang), Andy Pfeiler (Gitarre und Gesang), Jonas Wall (Saxofon), Petter Bergander (Keyboard) und Robert Mehmet Ikiz (Schlagzeug) im November vergangenen Jahres gemeinsam mit Janne Hansson in die Stockholmer Atlantis Studios, um zu zeigen, dass sie bis heute nichts von ihrem Elan eingebüßt haben. Eine illustre Gästeschar, darunter der US-amerikanische Gitarrist Ray Parker Jr. und die Trompeter Randy Brecker und Tim Hagans, geben Herbie Hancocks relaxtem Stück „Stars In Your Eyes“ oder Allen Toussaints Slow-Groove-Nummer („Just A Kiss Away“) zusätzlichen Drive. Es dampft, knattert und groovt nach wie vor aus allen Rohren. Eine Rezeptur, die Laune macht, wie auch bei ihrer Version des Marvin-Gaye-Klassikers „Rockin’ After Midnight“.

Neben den drei Coversongs runden die Eigenkompositionen von Landgren, Pfeiler und Price die zehnteilige Songfolge ab. Problemlos zieht die Funk Unit die Soul-Schraube in Tracks wie „Old School“ und „NLFU Funk“ an, um mit „Bow Down“ hymnisch und mit einem Schuss HipHop auszuklingen. Großartig wie eh und je ist das Netz, das zwischen den Instrumenten und Stimmen geknüpft wird: Das hohe helle Timbre Landgrens harmoniert spannungsvoll mit dem dunkleren, auch mal mit Vocoder verfremdeten Bass von Magnum Coltrane Price (am eindrucksvollsten wohl bei „Get Down On The Funk“). Hinzu kommen immer wieder „close-harmony“-Chorsätze der ganzen Band im Stile von Earth, Wind & Fire. ‚Unbreakable‘ ist ein Album vom Feinsten, bei dem sich der Mann mit der roten Posaune und seine Funk Unit als absolut unkaputtbar erweisen.

 

Nils Landgren Funk Unit – Unbreakable (ACT Music/Edel) LP 1090391ACT / CD 1090392ACT // ab 30.06.2017 im Handel