Kenny Wayne Shepherd // Lay It On Down

Kenny Wayne Shepherd (Foto: Kristin Forbes)

Kenny Wayne Shepherd (Foto: Kristin Forbes)

BLUES „Das vorangegangene Album präsentierte traditionellen Blues, so wollte ich, dass die aktuelle Scheibe neu und zeitgemäß klingt“, erläutert Kenny Wayne Shepherd (40) den Kurs seiner neuen Scheibe ‚Lay It On Down‘. Stand ‚Goin’ Home‘ (2014) noch ganz im Zeichen namhafter Genre-Größen wie Albert King, B. B. King, Bo Diddley oder Stevie Ray Vaughan, erweitert der Mann aus Shreveport, Louisiana, für ‚Lay It On Down‘ sein stilistisches Spektrum erheblich. Gekonnt serviert seine Band Funk, Soul, Pop, Country, Rock und Blues. Dabei setzt Frontmann Shepherd auf die Stärken seiner Band: Sänger Noah Hunt kann sowohl Pop als auch Funk und Soul aus seinem Kehlkopf kitzeln. „Mich fasziniert gute Musik. Ich wünsche mir, dass die Leute in meinen Konzerten tanzen! Im Laufe meiner Karriere habe ich mich stets auf den Groove konzentriert. Nichts macht mich glücklicher, als wenn ich die Leute motivieren kann, zu meiner Musik ihre Körper zu bewegen!“ Kenny Wayne Shepher Lay It On Down CoverNicht zuletzt deshalb sitzt mit Chris Layton (früher bei Double Trouble, der Band von Stevie Ray Vaughan) ein Spitzenmann am Schlagzeug. Shepherd und Layton sind Kollegen und Freunde – folglich nahm der Gitarrist den Trommler mit in seine zweite Band The Rides, in der er zusammen mit Stephen Stills rockt und bluest. Hier trafen sie den Bassisten Kevin McCormick, dessen selbstbewusstes Tieftonspiel sie derart überzeugte, dass sie ihn prompt in die Kenny Wayne Shepherd Band hievten.

Niemand solle sich über den Funk in seiner Musik wundern, betont der blonde Gitarrist, schließlich sei er damit aufgewachsen. „Die Songs von James Brown haben mich als Kind begleitet, er schrieb die liner notes für mein Debütalbum. James Brown und mein Dad waren gute Freunde. Er kam zu uns nach Hause und war ein Mitglied meiner Familie. Ich spielte mehrmals mit seiner Band, er war Onkel James für mich.“ Sein Vater Ken Shepherd ist ein namhafter, lokaler Radio-DJ und veranstaltete nebenher Konzerte in Shreveport. „Deshalb sah ich jedes Konzert und jede Band, die in die Stadt kam. Ich traf viele berühmte Musiker, was mich auf meine Karriere vorbereitete.“ Die Laufbahn von Kenny Wayne Shepherd begann mit einem Paukenschlag, sein Erstling „Ledbetter Heights“ (1995), das er als 16-Jähriger veröffentlichte, bekam Platin in den USA für eine Million verkaufter Einheiten. Auch der Nachfolger „Trouble Is …“ (1997) verkaufte noch einmal eine Million Kopien.

Um die Zukunft der Gitarrenmusik ist Kenny Wayne Shepherd nicht bange. „Es ist zwar richtig, dass die Musikkultur sich verändert. Heute unterhalten DJs ein Riesenpublikum mit vorgefertigter elektronischer Musik aus dem Computer, oftmals von anderen Künstlern. Das ist der Stoff, der jungen Leuten gefällt“, meint Shepherd ungläubig. „Aber die Gitarre wird nicht verschwinden, Musiker spielen schließlich auch immer noch Trompete und Saxofon. Nach wie vor strömen Tausende von Menschen in unsere Konzerte, um Gitarristen wie mich zu sehen. Der Blues hatte immer Auf und Abs und zurzeit geht es aufwärts mit ihm! Alles, was es braucht, ist ein Hit eines Typen mit Klampfe und schon wendet sich der Mainstream wieder der Gitarrenmusik zu.“ Gut möglich, dass dieser Typ Kenny Wayne Shepherd ist …

Kenny Wayne Shepherd – Lay It On Down (Mascot/rough trade) LP (180g, black vinyl) inkl. MP3 PRD75251 / LP (180g, blue vinyl) inkl. MP3 PRD752512 / Deluxe Digibook (CD) PRD75255 / CD PRD75252 // ab 21.07.2017 im Handel