Arcade Fire // Everything Now

Arcade Fire (Foto: Guy Aroch)

Arcade Fire (Foto: Guy Aroch)

INDIE-ROCK Die Frage, ob Arcade Fire in den erlauchten Kreis jener Bands aufsteigen (wollen), die alleine ein Stadion füllen, sollte sich mit dem neuen, fünften Album ‚Everything Now‘ beantwortet haben – nicht nur, weil die neun Montrealer jüngst die Berliner Wulheide mit ihren knapp 20.000 Plätzen gefüllt haben. Schon lange war kein Rockalbum – wenn man ‚Everything Now‘ so nennen mag – so ambitioniert, monumental und allumfassend wie das neue Werk von Arcade Fire.

Arcade Fire Everything Now Day Version Cover

Day Version

„Everything Now“, Titelstück und erste Single, erinnert jeden, der es hört, sofort und zurecht an Abba, die Panflöten, das „nananana“, das „heyheyhey“, der Groove, die Synthies: Dieser Song hat einfach alles, was ein Indie-Crossover-Hit so braucht. Dass Thomas Bangalter vom französischen Duo Daft Punk fleißig an der Platte mitproduziert hat (neben dem eher konventionellen Markus Dravs, dem Britpop-Mann Steve Mackey und der Band selbst), hat markante, tanzbare Spuren hinterlassen. Auch zu der Disco-orientierten Popnummer „Sign Of Life“ empfiehlt sich heftiges Mitwippen, „Creature Comfort“ bietet gar leichte Techno-Anklänge, während „Chemistry“ in Richtung Reggae geht, „Infinite Content“ den Punk rausholt und „Good Good Damn“ wie ein Hybrid aus The Clash und Bilderbuch klingt. Schön und ruhig wird das Album gegen Ende, etwa im etwas zurückgenommenen Pop von „Put Your Money On Me“, dem innig-melancholischen „We Don’t Deserve Love“ und nicht zuletzt natürlich im hymnenartigen Titelsong, der wie so manches auf dieser Ausnahmeplatte nicht nur groß klingt, sondern riesengroß. Stadiongroß.

Arcade Fire – Everything Now (Columbia/Sony) LP 88985447851 / CD (Day Version) 88985447852 / CD (Night Version) 88985447862 // ab 28.07.2017 im Handel