Beck // Colors

Beck (Foto: Peter Hapak)

Beck (Foto: Peter Hapak)

ROCK Vor einigen Jahren hätte er das wohl selbst nicht mehr für möglich gehalten: Der Mann mit dem Jungengesicht, der 1993 mit seiner Indiepop-Hymne „Loser“ den ganz großen Aufschlag schaffte und nebenher den Typus des „Slacker“ salonfähig machte, war eigentlich schon halb in Pension.

Beck Colors CoverBeck, der in Los Angeles lebt, hatte aufgehört zu touren, wusste nach einer Vielzahl höchst diverser und meist starker Alben kreativ nicht mehr weiter und war jahrelang gepeinigt von chronischen Rückenschmerzen. „Ich war am Zweifeln und gelegentlich auch am Verzweifeln“, sagt Beck, inzwischen 47, verheiratet und Vater zweier Kinder, „aber ich habe es geschafft, mich mit Geduld, Zuversicht und sehr, sehr viel Physiotherapie aus der desolaten Situation zu befreien.“ Und wie: 2015 erhielt er für ‚Morning Phase‘ überraschend den Grammy für das „Album des Jahres“ (ja, Kanye stürmte wieder auf die Bühne und protestierte), und jetzt hat er mit ‚Colors‘ eine Platte gemacht, die ihrem Titel alle Ehre macht. So lebensumarmend, hell und, ja, auch poppig hat Beck Hansen wohl noch nie geklungen. „Ich wollte ein Album machen, das Pop, Punk, Rock, Disco und HipHop verbindet“, so Beck, „und das außerdem noch meine Liebe zu den Beatles und den Beach Boys abbildet.“ Letzteres gelingt ihm famos im sonnigen Stück „Dear Life“, und ansonsten bereitet er mit „Wow“ oder Dreams“ den idealen Soundtrack für Festivitäten aller Art.

 

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