MGMT // Little Dark Age

MGMT Little Dark Age CoverPOP Fröhlich war gestern: Elf Jahre nach ihrem triumphalen Debüt ‚Oracular Spectacular‘ liefern die New Yorker Berufsweirdos den perfekten Soundtrack zur Ära Trump – düster, bissig und ironisch. Es sei ein großes Missverständnis gewesen – der Erfolg ihres Debüts mit Welthits wie „Electric Feel“ und „Kids“, der Andrew Van Wyngarden und Ben Goldwasser geradezu unangenehm ist. „Natürlich war es toll, so viel Beachtung zu finden. Nur: Das ist nicht der Grund, warum wir Musik machen“, so Andrew. „Wir wollen ein Publikum, das uns aus den richtigen Gründen mag.“ Nämlich als ein Duo, das den Mut zu wilden, überdrehten Klangexperimenten hat. Das in Avantgarde, Psychedelia oder Krautrock schwelgt und sich einen Dreck um irgendwelche Trends schert. Diesen Kurs setzen sie mit ihrem vierten Album ‚Little Dark Age‘ fort – ein Oeuvre, das auf retro-futuristischen Synthie-Pop setzt, der mal an Air, Kim Wilde oder Gary Numan erinnert, gepflegte Schwarzmalerei betreibt und mit sentimentalen Balladen sowie einem lupenreinen Burt-Bacharach-Moment (in „TSLAMP“) gespickt ist. Diese Gradwanderung garnieren MGMT mit Gastauftritten von Ariel Pink und Patrick Wimberly (Chairlift), aber auch denkwürdigen Texten à la: „The only reason it never worked out is he didn’t work out“. Oder: „Go fuck yourself/you heard me right/don’t call me nice”. Triefende Ironie trifft coole Laissez-faire-Mentalität.

 

MGMT – Little Dark Age (Columbia/Sony) 2LP 88985476061 / CD 88985476052 // ab 09.02.2018 im Handel