Jimi Hendrix // Both Sides Of The Sky

Jimi Hendrix (Foto: Daniel Tehaney)

Jimi Hendrix (Foto: Daniel Tehaney)

ROCK Im November 2017 wäre Rocklegende Jimi Hendrix 75 Jahre alt geworden. Und auch über 45 Jahre nach seinem Tod gibt es Neuentdeckungen in den Archiven des Gitarristen, Sängers und Songschreibers zu beleuchten. Jimi Hendrix gilt wegen seiner experimentellen und innovativen Spielweise auf der E-Gitarre als einer der bedeutendsten Gitarristen überhaupt, sein Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik ist schwer zu überschätzen. Hendrix war echt aufregend, hypnotisch, wüst und sexy, und er besaß unglaublich viel Charme. Bis heute ist der Gitarrist ungemein präsent. Nach posthumen Veröffentlichungen, wie ‚Valleys Of Neptune’ (2010) und ‚People, Hell & Angels’ (2013), erscheint nun das dritte Album aus den Hendrix-Archiven, ‚Both Sides Of The Sky‘, das mit einigen Überraschungen aufwartet. Jimi Hendrix Both Sides Of The Sky CoverDie Scheibe enthält 13 Studiotracks, die Hendrix zwischen Januar 1968 und Februar 1970 aufgenommen hat. Zehn der Songs sind bisher noch nicht veröffentlicht worden. Die Songs illustrieren Hendrix’ Ambition, die Grenzen des Blues immer weiter auszuloten. Sie zeigen aber auch die hohe Qualität der Produktion, denn in dieser Ära boten sich im Tonstudio ganz neue Möglichkeiten, die Hendrix intensiv nutzte, um mit neuen Sounds und neuen Aufnahmeverfahren zu experimentieren. Viele der Albumtracks wurden von dem Trio eingespielt, das als Band of Gypsys bekannt wurde: Jimi Hendrix (Gitarre und Vocals), Billy Cox am Bass und Buddy Miles am Schlagzeug. Für ihre erste Aufnahmesession, die am 22. April 1969 stattfand, konzentrierte sich Hendrix auf die gemeinsamen musikalischen Wurzeln, den Delta Blues. Im Song „Hear My Train A Comin’“, einem Track, der zum festen Repertoire bei Hendrix’ Konzerten zählte, ist die Originalbesetzung der Jimi Hendrix Experience zu hören: Hendrix, Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell. Die Aufnahme fängt die Energie und Dynamik, die den Song so bemerkenswert machen, perfekt ein. Weitere Highlights sind die ebenfalls bislang ungehörten Titel „Stepping Stone“, „Jungle“ und „Cherokee Mist“ (mit Hendrix an der E-Gitarre und der Sitar) sowie „Sweet Angel“, das aus einer Session vom Januar 1968 stammt. Zu den weiteren Highlights gehören Gastauftritte von Stephen Stills, Johnny Winter und Sänger und Saxofonist Lonnie Youngblood. Stills ist in zwei Stücken mit von der Partie, einer Coverversion von Joni Mitchells „Woodstock“ und dem Track „$20 Fine“. Einen ersten Vorgeschmack auf das Album liefert der im April 1969 aufgenommene Muddy-Waters-Song „Mannish Boy“, der nahtlos an die großen Hendrix-Klassiker anknüpft. „Wir spüren die wachsende Verpflichtung, das Vermächtnis von Jimi zu erhalten und auch weiterhin der weltweiten Familie der Jimi-Fans Veröffentlichungen von Qualität zu präsentieren. Durch seine Musik und die Erhaltung seiner Musik ehren mein Bruder und ich einander“, so Janie Hendrix, die mit John McDermott und Eddie Kramer die Platte produziert hat.

 

Jimi Hendrix – Both Sides Of The Sky (Columbia/Sony) 2LP (180g) 19075814201 / CD 19075814192 // ab 09.03.2018 im Handel