Yungblud // 21st Century Liability

Yungblud 21st Century Liability CoverINDIE-ROCK Weltfremde Politiker, Gentrifizierung – Dominic Harrison alias Yungblud geht so einiges gegen den Strich. Auf seinem Debütalbum ‚21st Century Liability‘ macht der 19-jährige Brite seinem Ärger Luft. „Wenn ich noch einmal ‚bitch get down‘ oder ‚I love you so much‘ höre, drehe ich durch!“, redet Yungblud sich in Rage. „Politik war nie relevanter, und wir haben Zugang zu so vielen Informationen – ich kann einfach nicht glauben, dass im Mainstream-Pop niemand darüber spricht, was in der Welt los ist.“ Yungblud will das ändern, und thematisiert auf seinem Album zum Beispiel die Waffengesetze in den USA („Machine Gun“) oder sexuelle Nötigung („Polygraph Eyes“). „I Love You, Will You Marry Me?“ derweil erzählt von einem jungen Mann, der eben diesen Satz an eine Häuserwand in Sheffield sprühte. „Leider nahm die Geschichte keinen guten Lauf“, so Yungblud. „Die Frau starb an Krebs, und der Mann ist inzwischen obdachlos. Derweil sanierte eine Immobilienfirma die Häuser, brachte über dem Graffiti Neonlichter an und nutzte es als Werbung. Dem Mann gab niemand auch nur einen Cent.“ Erfrischend wütend ist ‚21st Century Liability‘ auch musikalisch: Zu Punk, HipHop, Garage und Rock singt Yungblud sich den Frust von der Seele. „Ich will niemandem etwas vorschreiben, denn das steht mir nicht zu – aber ich will die Leute ermutigen, ihre Meinung zu äußern“, sagt er. „Wenn genug Menschen den Mund aufmachen, kann man uns nicht mehr ignorieren!“

 

Yungblud – 21st Century Liability (Interscope/Universal) LP (ab 07.09.2018) 6754821 / CD 6754820 // ab 13.07.2018 im Handel