Michael Naura Quartett // Call

Michael Naura Quartett Call CoverJAZZ-FUSION „Die Leute sagen oft, dass der Klang des Vibraphons mit dem der Fender Rhodes nicht wirklich harmoniert. Aber dieses Album überzeugt alle davon, wie falsch ihr Statement ist“, sagt der afrobrasilianische Sänger und Songwriter Ed Motta über das 1971 veröffentlichte Album ‚Call‘ des Michael Naura Quartetts, das er als begeisterter Sammler von MPS-Platten präsentiert.

Wohl kein anderer deutscher Jazzer vereinte in seiner Persönlichkeit den Musiker und den Vermittler so wie Michael Naura, Swing- und Bebop-Pionier der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Krankheitsbedingt wechselte er die Seiten zum Schriftsteller, hängte die Studioarbeit jedoch nicht an den Nagel. Mit der Quartettaufnahme ‚Call’, besetzt mit dem feinnervigen Vibraphonisten Wolfgang Schlüter, dem erfindungsreichen Bassisten Eberhard Weber und Drummer Joe Lay, meldete sich der E-Pianist 1971 zurück. Dabei zeigt Naura, dass er sich nun auch Fusion, Rock und Free Jazz zugewandt hatte. Für Ed Motta ist „Why Is Mary So Nervous?“ das herausragende Stück des Albums, nicht zuletzt wegen seines lateinamerikanischen Rhythmus. Mit verhaltenem Rock-Charakter wartet „Soledad de Murcia“ auf, mit wohlklingenden Akkorden und auf- und abschwellenden Klangflächen ist die Ballade „Forgotten Garden“ benetzt, während „Don‘t Stop“ und „Call“ mit impressionistischen Piano-Präludien dem Blues frönen.

 

Michael Naura Quartett – Call (MPS/Edel) LP 0212828MSW / CD 0212827MSW // ab 12.10.2018 im Handel