Mark Forster// Liebe

Mark Forster (Foto: Jens Koch)

Mark Forster (Foto: Jens Koch)

DEUTSCH-POP Mark Forster, der Sympathieträger mit Bart, Brille und Baseballkappe, ist der Shootingstar der vergangenen Jahre. Nach England, Uganda, Italien in die USA und nach Frankreich ist der Sänger gereist und hat von dort sein neues, viertes und höchst persönliches Album mitgebracht: ‚Liebe‘. Auf einen Musikstil lässt sich Mark Forster, der Bart-und-Brille-Mann hinter solchen Hits wie „Wir sind groß“, „Chöre“ und „Au revoir“, schon traditionell ungern festlegen, auf seinem neuen, vierten Album ‚Liebe‘ jedoch noch weniger als ohnehin schon. Mark Forster Liebe Cover„Ich gehe urban mit der deutschen Sprache um“, sagt der 34-jährige Pfälzer, der seit vielen Jahren in der Hauptstadt lebt. „Die Platte ist rhythmisch, groovy, hat elektronische Einflüsse und doch gibt es auch akustische Momente und die großen Streicher-Arrangements, die wir wieder in den Abbey Road Studios in London aufgenommen haben. Also, es ist ganz schön bunt.“

Forster, aktuell auch in der TV-Jury von „The Voice of Germany“ zu erleben, sieht sich „als Mischung aus klassischem Singer/Songwriter und der urbanen Musik, also dem HipHop in all seinen Facetten.“ Innerhalb dieses weiten Spielfelds namens „deutschsprachige Popmusik“ traut er sich dieses Mal auch an Latin-inspirierte Stücke wie „194 Länder“, Nachdenkliches wie „Genau wie du“ oder, wie in „Chip In“, an eine Kollaboration mit Maro und Maurice, den zwei größten Popstars Ugandas, wo Mark Forster eigentlich weilte, um mit dem African Children’s Choir die Chöre für seine Single „Einmal“ aufzunehmen. „Die meisten der Kinder kommen aus den Slums, sie touren ein Jahr mit dem Chor, absolvieren ihre Schulbildung, und wenn sie erwachsen sind, kommen sie wieder und bilden die nächste Generation aus“, schwärmt er. „Dieser Kreislauf funktioniert schon seit den Achtzigerjahren.“

Aber Mark Forster, der 2018 bewusst eine komplette Tourpause eingelegt hat, um nach den wilden Erfolgsjahren mal wieder ein wenig zu sich zu kommen, war nicht nur in Afrika, sondern hat die ‚Liebe‘-Lieder auch in Los Angeles, der Provence sowie auf einer Olivenfarm in der Toskana geschrieben und produziert. „Eine tolle Zeit. Ich mag es wegzufahren, um mich ganz aufs Musikmachen fokussieren zu können. Der einzige Nachteil war, dass meine beiden Produzenten auf Low-Carb-Diät waren und keine Nudeln essen durften. Zwei Monate lang, in Italien!“ Er hat sich so lange angepasst und Texte geschrieben, in denen er mehr als bisher von sich preisgibt. In „Was du nicht tust“ erzählt der Musiker, der es sich zur Mission gemacht hat, „das Fähnchen der Zuversicht und der guten Laune hochzuhalten“, vom Kinder-Fußballtraining, der Trennung der Eltern und zaghaften Fummeleien mit Mädchen auf dem Weinfest. „Ich bin auf dem neuen Album sehr nah an mir dran“, sagt Mark Forster. „Ich habe noch nie so viel über mich selbst gesungen wie auf ,Liebe‘“.

 

Mark Forster – Liebe (Four Music/Sony) 2LP (ab 07.12.2018) 19075832591 / CD 19075832592 // ab 16.11.2018 im Handel