Lina Maly // Könnten Augen alles sehen

Lina Maly Könnten Augen alles sehen CoverPOP Lina Maly, vor 22 Jahren in einem Dorf nördlich von Hamburg geboren vor drei Jahren nach Berlin gezogen, macht es sich ungern leicht. Im Video zu „Mond“ beispielsweise, da reitet sie auf einem schwarzen Pferd am Strand entlang, „was ich seit vielen Jahren nicht mehr gemacht habe“. Mit etwas Übung ging es dann doch, und auch im übertragenen Sinne hat Maly auf ihrem zweiten Album die Zügel fester in der Hand. „Ich habe bewusst versucht, im Vergleich zur ersten Platte möglichst alles selbst zu machen, insbesondere die Songs alleine zu schreiben.“ Das ist Maly gelungen, und auch beim Produzieren hat sie gemeinsam mit Sven Ludwig (OK Kid) und Jochen Naaf (Bosse, Maxim) stärker mitgewirkt. „Speziell als Mädchen oder junger Frau wird dir in der Musikbranche nicht viel zugetraut, manche Leute tun sogar so, als sei man quasi noch ein Kind.“ Den Zweiflern setzt Lina musikalisch starke und textlich originelle Songs entgegen, etwa „Warmes Schweigen“, auf dem sie zu einem etwas urbaneren Beat über eine enge Freundschaft singt. Oder „Gesicht“, einer Art Fortsetzung der Social-Media-kritischen Single „Schön genug“ vom Debütalbum. Die klare Haltung der Lina Maly zerbröselt einzig in Liebesdingen. Während sie sich im gut gelaunten „Ich freue mich“ über ein Beziehungsende begeistert zeigt, hadert sie etwa in „Mond“ mit dem ewigen Hin und Her der Gefühle, auch der eigenen. „In meinem Gehirn herrscht eifriges Chaos“, so Lina, „und mit meiner Musik versuche ich, dieses Durcheinander zu ordnen.“

 

Lina Maly – Könnten Augen alles sehen (Warner) LP 505419704340 / CD 505419704339 // ab 02.08.2019 im Handel