Leonard Bernstein // Ode an die Freiheit

KLASSIK/SINFONIE Es war im Dezember 1989, als aus der „Ode an die Freude“ am Ende von Beethovens Neunter die „Ode an die Freiheit“ wurde. Kein Geringerer als Leonard Bernstein hatte sich im Rahmen eines Konzerts am ersten Weihnachtstag 1989 im Schauspielhaus Ost-Berlin erlaubt, im gesungenen Text der 9. Sinfonie die Freude gegen die Freiheit auszutauschen. Grund genug gab es dafür auf jeden Fall, denn am 9. November 1989 war die Berliner Mauer gefallen. Eine lange Zeit der Entbehrungen, der Trennung von Familien und der Unfreiheit zu Zeiten der DDR war zu Ende gegangen. Bernstein hatte zudem das Orchester des Bayerischen Rundfunks mit Orchestermusikern aus Paris, London, New York und Leningrad erweitert. Der Dirigent, der für seine Textänderung auch kritisiert wurde, glaubte, dass Beethoven sie selbst gutgeheißen hätte. „Alles im Leben ist eins“, sagte Bernstein, „auch die Liebe, auch Hamburger, Beefsteak tartare, Mahler, Beethoven, Spaziergänge, Natur – das ist alles Freude.“

 

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